Babenhausen Wenn es gilt, den Mitgliedern des Tierschutzvereins Babenhausen Lob für seine aufopferungsvolle Arbeit zu zollen, lassen sich die Kommunalpolitiker der Verwaltungsgemeinschaft (VG) nicht zweimal bitten. Gehe es aber um die nötige finanzielle Unterstützung, blieben die Gemeinden einiges schuldig. - So empfindet jedenfalls Evelyn Rahmig die Situation. Von Ralph Patscheider
VG-Gemeinden bezahlen an das Tierheim in Memmingen
Während in diesen Tagen andere Kommunen ihre Zuschüsse an die Tierschutzvereine ohne große Diskussion auf 40 Cent erhöhen, zahlen die VG-Gemeinden immer noch 13 Cent pro Einwohner an das Tierheim Memmingen und den dahinter stehenden Tierschutzverein. Der Verein in Babenhausen erhält einen jährlichen Zuschuss von 250 Euro oder umgerechnet rund vier Cent pro Einwohner aus der Kasse des Marktes, von den anderen fünf Gemeinden laut Evelyn Rahmig nichts.
Dabei weiß die Vorsitzende des Tierschutzvereins derzeit nicht, wie sie die finanziellen Löcher in der Vereinskasse stopfen soll. Das Minus wächst und wenn es so weiter geht, kreist am Ende noch der Pleitegeier über dem Verein.
Dafür gibt es Gründe: Immer mehr Tierbesitzer ließen ihre Lieblinge im Stich in der Annahme, die Tierschützer werden sich schon um sie kümmern. Die Wirtschaftskrise spielt auch eine Rolle. "Wir können uns die Sterilisation unserer Katze nicht leisten, macht ihr das doch bitte", hören die Schützer immer öfter. "Unser Verein kann nicht sein ganzes Geld dafür ausgeben. Wir haben auch noch andere Aufgaben", schimpft die Vorsitzende.
Sie wünscht sich, dass den VG-Gemeinden der Tierschutz auch 40 Cent pro Einwohner wert ist. 20 Cent davon könnten dem Tierheim in Memmingen zufließen, das laut Rahmig aus allen Nähten platzt und finanziell auch gegen den Ruin ankämpft. Die anderen 20 Prozent würde sie für ihren Verein für die Arbeit vor Ort reklamieren.
Für Gemeinde-Stadträte in Altenstadt, Vöhringen, Illertissen und anderen Orten war es keine Frage. Sie haben die 40 Cent pro Einwohner ohne Murren beschlossen. Im Raum Babenhausen wird das bis auf Weiteres nicht so sein. Der Tierschutzverein bekam auf eine Anfrage jüngst Antwort von Otto Göppel, dem VG-Vorsitzenden. Der Babenhauser Bürgermeister hatte sich mit seinen Kollegen beraten. Ergebnis: an der vor fast neun Jahren geschlossenen Vereinbarung mit dem Tierschutzverein Memmingen festzuhalten.
Danach bekommt das Tierheim den erwähnten Zuschuss von 13 Cent pro VG-Einwohner und ist im Gegenzug verpflichtet, die sogenannten Fundtiere aus dem Bereich der Verwaltungsgemeinschaft aufzunehmen. Dem Babenhauser Verein haben die Bürgermeister empfohlen, er solle sich mit seinen Zuschuss-Wünschen an jede einzelne Gemeinde wenden.
Evelyn Rahmig empfindet sogar ein gewisses Verständnis für die Reaktion der Bürgermeister. "Wenn ich einen Vertrag mit 13 Cent hätte, würde ich als Kommunalpolitiker das auch nicht freiwillig ändern." Nur: Das werde der Sache nicht gerecht. Denn die Realität im Tierschutz sehe anders aus.
Als Beispiel schildert die Vorsitzende einen aktuellen Fall: Wie schon häufiger vorgekommen, war eine Frau, die in Babenhausen ein krankes Kätzchen aufgefunden hatte, vom Tierheim in Memmingen abgewiesen worden. Der Tierschutzverein Babenhausen sei für die Katze zuständig, hat man der Frau dort angeblich gesagt. Als die Frau im Babenhauser Rathaus berichtete, dass sie im Tierheim abgewiesen worden war, erhielt sie eine Telefonnummer des örtlichen Tierschutzvereins. Sie fand aber keinen Ansprechpartner, das Kätzchen landete in einer Kleintierpraxis.
In solchen Fällen habe sich der Tierschutzverein schon oft erbarmt, berichtet Evelyn Rahmig, aber sie warnt: "Das muss nicht immer so weitergehen. Wenn uns das Geld ausgeht, kann es sein, dass solche Kätzchen auf den Schreibtischen der Bürgermeister landen. Dann bin ich gespannt, was passiert."
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