Etwa 400 Eltern, Kinder, Angehörige und Freunde der "Ulmer Spielschachtel" demonstrierten am Samstag auf dem Münsterplatz für den Fortbestand des Kinder- und Jugendtheaters von Christoph Geigenberger, der wegen gekappter Subventionen den Spielbetrieb im Alten Theater schließen und auch das beliebte "Luftikuss"-Zelt in der Friedrichsau aufzugeben gedenkt.

Zwischen den Klängen einer Marching Band, akrobatischen Einlagen und Statements auf der Kundgebungsbühne betonte die Vorsitzende der Elterninitiative, Frauke Meyer, das Stück Heimat, das sich mit der Spielschachtel und seiner Spielwiese in der Au seit Jahren für viele verbinde und forderte den Gemeinderat zum Überdenken auf.
Im Jahr 2007 erhielt die Spielschachtel noch 114 000 Euro aus dem städtischen Fördertopf. Geigenberger wollte eine Aufstockung um gut 20 000 Euro, bekommt dem aktuellen Gemeinderatsbeschluss zufolge 2008 noch 80 000, im nächsten Jahr 65 000 und 2010 noch 55 000 Euro. Geigenberger will, wie er am Samstag sagte, den Spielbetrieb noch bis Herbst dieses Jahres aufrechterhalten.
Man könne nachverhandeln, meinte der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende, Dr. Thomas Kienle, als einer der Redner auf der kleinen Bühne, eventuell einen Zusatzvertrag machen. Seine Fraktion sei bereit, auf 100 000 zu erhöhen. SPD Gemeinderätin Lisa Schanz (SPD) vertrat die Ansicht, dass Spielschachtel und Luftikuss zweierlei seien. Der Luftikuss solle selbstverständlich weitergehen. Luftikuss sei im Herbst nicht Kritik der Jury gewesen, die an die Ulmer Spielschachtel keine guten Noten verteilt hatte, meinte Bürgermeisterin Sabine Mayer-Dölle als erste Rednerin in der kleinen Politikerrunde.
Den Luftikuss werde es auch nächstes Jahr geben - "mit oder ohne Geigenberger". Es seien noch Andere da, ein Angebot zu machen. Dem Vernehmen nach befinden sich darunter "Die Bühne" von Sven Wisser sowie eine Initiative von Markus Kienle (Fraktionssprecher "Grüne") im Zusammenwirken mit der Sparte Kindertheater des Ulmer Zelts.
Zelt-Vorstandsmitglied Robby Freudigmann vom Verein zur Förderung der freien Kultur betonte tags darauf, dass man sich überhaupt nicht aufdrängen wolle. Nur wenn Christoph Geigenberger nicht mehr wolle, sei man bereit zu diesbezüglichen Projekt-Gesprächen.
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