Babenhausen (clb) - Was soll man mehr an ihnen bewundern - Disziplin, Konzentration oder die sprühende Spiellaune? Bei der öffentlichen Generalprobe, die die Philharmonie Junger Christen (PCI) Augsburg im Anschluss an ihre traditionelle Musikfreizeit in der Jugendbildungsstätte präsentierte, beeindruckten vor allem die Freude und Hingabe, mit der die Mitglieder von Chor und Orchester ein anspruchsvolles Programm interpretierten. Unter dem Motto "Ihr seid das Licht der Welt" brachten sie sowohl ihre tiefe Religiosität als auch kreatives Auseinandersetzen mit Glaubens- und Lebensfragen zum Ausdruck.

Das mit Streichern, Flöten, Oboen, Klarinetten, Fagotten, Hörnern, Trompeten, Posaunen sowie Schlagzeug und Pauken besetzte Orchester eröffnete die nicht im geringsten an eine Generalprobe erinnernden Darbietungen mit der 1860 entstandenen "Serende Nr. 1, D-Dur op. 11" von Johannes Brahms.
Dirigent Florian Helgath gelang es stets, seine Musiker zu motivieren und dabei auch auf musikalisch saubere Ausführung Wert zu legen. Unter präziser Leitung von Christian Meister stellte der ausgewogen besetzte, a capella agierende Chor in Weisen wie "Mache dich auf, werde Licht" von Kurt Thomas oder "Erquicke mich mit deinem Licht" von Albert Becker das theologische Thema der Probenfreizeit in den Vordergrund.
Das eigentliche Erlebnis des Abends aber war John Rutters Vertonung des neutestamentarischen Textes des "Magnificat". Mit insgesamt rund 70 Sängern sowie Instrumentalisten bot der aufwändige, mit Harfe und Klavier ergänzte Klangkörper ein imponierendes Bild. Vom ersten Satz an, dem "Magnificat anima mea", ließen sich die Besucher faszinieren von einem Werk, das Bibeltexte und ein englisches Gebet aus dem 14. Jahrhundert als Textgrundlage einbezieht. Am meisten beeindruckten aber die fröhlich und beschwingt wirkenden Klänge und Rhythmen. Mit makellos leuchtendem Sopran setzte Nora Lentner solistische Glanzpunkte, wobei sich Chor und Orchester in ausgezeichnetem Zusammenwirken bescheiden im Hintergrund hielten, um dann wieder kraftvoll eigene Akzente zu setzen.
"Ihr habt uns heute Abend das Wetter und die Welt ein bisschen heller gemacht", betonte Bernhard Schneider, Leiter der Jugendbildungsstätte. Die mit lang anhaltendem Applaus bedachte Konzertstunde beendete er mit einigen tief gehenden Gedanken sowie dem Wunsch, dass die Philharmonie Junger Christen auch im nächsten Jahr wieder eine öffentliche Generalprobe serviert.
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