Mittwoch, 17. Januar 2018

07. Dezember 2017 07:00 Uhr

Illertissen

Mit Rauschebart und Bischofsstab auf Tour

Zwei Illertisser sind seit mehr als 30 Jahren als Nikolaus und Knecht Ruprecht in der Region unterwegs.

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Franz Eigner (links) und Ottmar Rädler sind seit mehr als 30 Jahren als Knecht Rup-recht und Nikolaus in Illertissen, Vöhringen und Umgebung unterwegs.

Die kleinen Stühle werden zurechtgerückt, die Schuhe quietschen auf dem Boden und die mehr als 70 Buben und Mädchen der Kindertagesstätte St. Martin plappern fröhlich vor sich hin. Dann wird es still. Zwei Männer öffnen die Eingangstür. Der eine trägt einen roten Mantel, einen dichten Rauschebart und einen langen Bischofsstab. Der andere ist mit einem weißen Lammfellmantel und passender Mütze bekleidet, in der Hand hält er eine Rute aus Reisig. Die Kleinen schauen sie mit einer Mischung aus Ehrfurcht und Bewunderung an.

„Es ist einfach schön, die erwartungsvollen Augen der Kinder zu sehen“, sagt Franz Eigner. Bereits seit mehr als drei Jahrzehnten ist er für die Kolpingfamilie als Knecht Ruprecht unterwegs. Fast immer mit seinem Partner Ottmar Rädler als Nikolaus. „Wir sind ein eingespieltes Team“, ist der Illertisser Eigner überzeugt. In der Zeit von 5. bis um den 15. Dezember sind die beiden in Illertissen, Vöhringen, Senden und Umgebung unterwegs – immer mit dem Privatauto, immer ehrenamtlich. Das Geld, das sie durch Spenden sammeln, geht zur einen Hälfte an das Kinderhospiz St. Nikolaus in Bad Grönenbach und zur anderen Hälfte an die Kartei der Not, das Leserhilfswerk unserer Zeitung.

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„Wer weiß denn was vom Nikolaus?“, fragt Rädler die Kindergartenkinder. „Der Nikolaus hat vielleicht Geschenke dabei“, heißt es aus der Runde. „Und Schokolade“, fügt ein Mädchen hinzu. „Sehr gut“, lobt der Mann mit der Bischofsmütze. Doch bevor die Päckchen verteilt werden, tragen die Buben und Mädchen Gedichte vor und singen. Nikolaus-Gedichte und Adventslieder bekommen Rädler und Eigner fast bei jedem Besuch zu hören. Selbst wenn sie Menschen daheim besuchen, sei das üblich. „Die Oma freut es natürlich, wenn die Enkel etwas vortragen“, sagt Eigner, 52. Früher sei die Begeisterung über den Nikolaus nicht so groß gewesen. Denn der Mann draußen vom Walde wusste über die Untaten der Kinder Bescheid. Und wenn sie nicht brav ihr Zimmer aufräumen oder den Eltern helfen – dann drohte Knecht Ruprecht einen Bengel in seinen Jutesack zu stecken. So hieß es zumindest in Erzählungen.

Doch heutzutage sei das anders. „Früher machte man den Kindern Angst, heute ist der Nikolaustag ein richtiges Familienfest“, sagt Eigner.

Aus der Rolle fallen, das dürfe ein Nikolaus oder Knecht Ruprecht nicht. Das höchste Gebot ist: „Wenn Kinder sehr ängstlich sind, dann sollte man Einfühlungsvermögen haben und etwas Abstand halten“, sagt Rädler, 60.

Doch im Kindergarten St. Martin ist das nicht der Fall. Fast alle Kinder zeigen sich aufgeschlossen gegenüber den kostümierten Männern. Winkend verabschieden sich Nikolaus und Knecht Ruprecht.

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Ein Artikel von
Dorina Pascher

Günter Holland Journalistenschule
Ressort: Volontärin

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