Dr. Wolfgang Zehatschek ist Hobby-Imker und als solcher Kummer gewöhnt. Aber das, was Anfang Januar passiert ist, stimmt den bedächtigen Niederbayern doch nachdenklich. Anfang des Jahres haben Unbekannte ein komplettes Bienenvolk ausgelöscht.

Pfuhl (kr) - Dr. Wolfgang Zehatschek ist Hobby-Imker und als solcher Kummer gewöhnt. Aber das, was Anfang Januar passiert ist, stimmt den bedächtigen Niederbayern doch nachdenklich. Anfang des Jahres haben Unbekannte ein komplettes Bienenvolk ausgelöscht, regelrecht in die Luft gesprengt.
Die Vandalen haben, so die Polizei, zwischen dem 1. und 11. Januar in dem ausrangierten Bauwagen, den Zehatschek in der Nähe des Pfuhler Kapellenbergs als Bienenstand nutzt, einen Silvester-Kracher gezündet. Mit verheerender Wirkung: Der Imker schätzt, dass zwischen 10.000 und 20.000 der nützlichen Insekten dabei zu Tode gekommen sind.
Vermutlich wurde der Böller-Anschlag kurz nach Neujahr verübt. Dass Dr. Zehatschek die Folgen erst so spät entdeckt hat, hängt damit zusammen, dass er seine Honiglieferanten in der kalten Jahreszeit möglichst wenig stören will. "Wenn ein Bienenvolk bei niedrigen Temperaturen aufgescheucht wird, findet es nicht mehr zusammen. Es kann dann sein, dass die Tiere erfrieren." Aus diesem Grund steht auch noch nicht fest, ob das zweite Volk in dem Wagen überlebt - immerhin dürfte es bei dem Knall zumindest aufgescheucht worden sein.
Der jüngste ist nicht der erste Fall von Vandalismus an dem Bienestand auf Rädern. Mehrfach schon wurde laut Zehatschek der Wagen aufgebrochen. "Dabei gibt es da drinnen gar nichts zu stehlen." Nach dem ersten Bruch ließ der Hobby-Imker das Gefährt offen stehen. Keine allzu gute Idee, denn irgendwer nistete sich dort ein, wie Zehatschek es ausdrückt, und hinterließ etliches an Unrat. Also verriegelte er den Wagen wieder - aber nur, damit er ein weiteres Mal aufgebrochen werden konnte. Nicht nur am Standort Pfuhl, wo der Wagen auf einer von Bienenhalter Zehatschek gepachteten Wiese steht, auf der keine Spritzmittel eingesetzt werden und wo erst spät gemäht wird, wurde ihm übel mitgespielt. Vor einigen Jahren, als er in Attenhofen Bienen hielt, wurde ihm ein ganzes Volk gestohlen. Er hat den Verdacht, beweisen kann er es aber nicht, dass ein anderer Imker damals lange Finger gemacht hat.
Bei dem Böller-Attentat glaubt der promovierte Diplom-Agrar-Ingenieur, stecken Kinder dahinter.
Trotz all der Vorfälle, aufgeben will Dr. Zehatschek sein Hobby nicht: "Ich mache weiter."
Die Neu-Ulmer Polizei ermittelt wegen Sachbeschädigung. Insekten als wirbellose Tiere fallen nicht unter das Tierschutzgesetz.
Hinweise auf den oder die Täter nimmt die Neu-Ulmer Polizei unter der Telefonnummer (0731) 8013-0 entgegen.
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