Für eineinhalb Stunden war Au ein Dorf der Narren. Etwas weniger Publikum

Illertissen-Au Gewappnet mit guter Laune und Heerscharen von Narren im Gefolge trotzte das Präsidentenpaar Kaddi und Andi des Carneval Club Au der sibirischen Kälte beim 25. Faschingsumzug durch Au. Nicht minder die treu gebliebenen Zuschauer am Straßenrand, deren Lohn sich wiederum in vielfachem Bonbonregen und Konfettigestöber über ihren Köpfen ergoss.
Wobei, dem fröhlichen Konfettitreiben der Memminger Stadthexen, die ihre weiße Munition in einer großen Blechwanne vor sich herschoben, schien auch gar niemand Einhalt gebieten zu wollen. Durch den Schleier der vielen weißen Pünktchen sah die Welt einfach zu zauberhaft aus. Neben solchen und anderen Narreteien, womit die Hexen gerne ihr neugieriges Publikum ärgern, hatten sie auch wieder Berge von Süßigkeiten dabei, die sie mit Vorliebe den erschreckten Kindergesichtern direkt unter die Nase zu halten pflegten. Aus Au waren es die Staubhexen, die ihren Mitbürgern um die Ohren wedelten oder die Aumer Kröpf, die ihre riesige Rätsche vor sich herschoben. 84 Zünfte, Gruppen oder Faschingshaufen, darunter zwölf Kapellen, wie die mit lustigen Zipfelmützen ausgestatteten Musiker von Au oder der streng schwarz-weiß gekleidete Schalmeien-Express „Illertal“, sorgten für ein fröhlich aufgekratztes Straßenbild in ganz Au.
Besonders viele und fantasievolle Wagen
Nicht fehlen durften die Drachenbläser in ihren märchenhaft-grünen Dino-Kostümen aus Bellenberg oder der historisch anmutende Spielmannszug der Bürgerwehr Dietenheim. Peter Grashei, einer der moderierenden Aumer Kröpf, stellt anerkennend fest: „Wir hatten Mitte Dezember unsere Anmeldeliste voll und konnten Nachmeldungen nicht mehr berücksichtigen.“ Der Zug soll eine gewisse Größe nicht überschreiten. Wegen der Kälte gab’s jedoch nicht ganz so viel Publikum. Besonders gefallen haben Grashei diesmal die zahlreichen, mit viel Aufwand und Einfallsreichtum gestalteten Wagen, die mit großen Zugmaschinen daherkamen. Zum Beispiel mit „Barbie und Ken“ ganz in Pink die „Hütte Kadeltshofen/Silheim“ und dazu den Nonsensspruch: „Leberkäs und Schwadamaga gibt an g’scheida Faschingswaga“. Oder politisch motiviert die Faschingsfreunde aus Biberberg mit Atommeiler und Teufels-Besatzung, die da rufen: Atomkraft bringt in die Hölle, der Teufel ist schon zur Stelle.“ Witzig auch das Gefährt zur Gartenstadt Illertissen mit Gießkanne, aus der es Bonbons regnete. Die „Narrade Hoarade“ aus Dürlauingen machten mit stinkender qualmender Dampfwolke auf sich beziehungsweise ihren Wagen aufmerksam und die Faschingsfreunde Stoffenried „Hagetsche Maulwurfen, Froschen und Kalle“ brutzelten hochauf ihrem Wagen würzige Würstchen und servierten sie mit Semmeln dem in der Kälte ausharrenden Publikum. Doch auch dieses hatte sich vielfach das Kleidergebot der närrischen Stunde zunutze gemacht und das Fell über die Ohren gezogen wie etwa Anett und Sindy Schönfelder als Tom und Sherry, „aus Spaß am Verkleiden“. (Mehr zum Fasching in Au auf Seite 29.)
Weitere Bilder zum Faschingsumzug und ein Video in Au finden Sie bei uns im Internet unter den Adressen
www.illertisser-zeitung.de/bilder www.illertisser-zeitung.de/video
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