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27. August 2010 20:15 Uhr

"Nicht in unserem Sinn"

Illertissen Jetzt wird es Ernst: Nachdem der geplante A 7-Autobahnanschluss Illertissen-Nord/Bellenberg wie berichtet, langsam in Sichtweite kommt, formiert sich die Gegnerschaft wieder neu. Als Erster hat sich Franz Ilg aus Tiefenbach, bekannt als einer der Initiatoren der Abwasser-Bürgerinitative, zu Wort gemeldet.

Nachdem unsere Zeitung über das Verwirrspiel um den Autobahnanschluss informiert hatte, setzt Ilg nun auf die Unterstützung durch Prominente gegen das Projekt. Er nimmt den "Weckruf" des Bucher CSU-Chefs als Anlass zur Warnung: "Die Tiefenbacher Bürger dürfen sich nicht durch Gerüchte in Sicherheit wiegen lassen, als wäre der Bau des Autobahnanschlusses in weite Ferne gerückt."

Obwohl Ilg früher eine echte Belastung Tiefenbachs durch die zusätzliche An- und Abfahrt von der A 7 nicht unbedingt befürchtete, stelle er nunmehr fest, dass mit dem Anschluss Vöhringen/Weißenhorn der Verkehr durch den Stadtteil doch erheblich zugenommen habe. Sollte tatsächlich, wie vom Kreis und vom Staatsbauamt Krumbach beabsichtigt, die örtliche Graf-Kirchberg-Straße ausgebaut werden, könnte dies die Blechlawine noch weiter anwachsen lassen, glaubt Ilg. Außerdem kritisiert er, dass die bereits einmal ins Auge gefassten Verkehrsinseln an den Ortsein- und ausfahrten zur Geschwindigkeitsdrosselung vom Straßenbauamt nie in die Tat umgesetzt worden seien.

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Er fragt: "Warum setzten wir Tiefenbacher uns nicht an einen Tisch, um Einfluss zu nehmen gegen einen Autobahnanschluss, bevor es zu spät ist?" Er erinnert an die frühere "Interessengemeinschaft gegen den Autobahnanschluss Tiefenbach (IgAT) und eine weitere, die sich für die Beseitigung des Durchgangs- und Schwerlastverkehrs in Tiefenbach einsetzte. Damals hatten die Protagonisten wie Thomas Backe und Thomas Sailer immerhin 1000 Unterschriften gesammelt. Danach war es wieder still geworden. Vermutlich auch, weil nach dem Einspruch des Bundesrechnungshofes kaum noch mit einer Verwirklichung des umstrittenen Autobahnanschlusses gerechnet hat. Doch das sieht, wie berichtet, inzwischen wieder völlig anders aus, denn das Bundesverkehrsministerium hatte ja Ende 2009 den Weg für das Projekt endgültig freigemacht. Ilg setzt nun auf die kommunalpolitische Schiene: "Wann setzen sich jene, die für den Stadtrat in Illertissen kandidiert hatten, als ,Listennachfolger' mit anderen interessierten Bürgern zu Gesprächen zusammen - ohne Rücksicht und Parteidisziplin?"

Miteinander sprechen

Der Tiefenbacher nennt dabei nur einige, wie den im Jahr 2008 "fast gewählten" Tiefenbacher Ewald Ott (CSU), Helmut Unglert (FWG), Gerhard Leopold (FWG), Romand Gulde und Rita Schmitt (ÖDP(AB/Grüne) sowie Roman Blum (Bürgerliste), nicht zu vergessen den aktuellen Stadtrat Dr. Piero Banti. Nach leichter Enttäuschung klingt es, wenn Ilg meint, dass die Tiefenbacher es verlernt hätten, miteinander zu sprechen, was stattdessen nun Auswärtige machten. Der Ortsverband der Linken lehnt in einer Presseerklärung den Autobahnanschluss ab, weil er das Verkehrsproblem nicht löse, sondern lediglich verlagere. Vorsitzender Thomas Restel hält eine Ortsumfahrung von Bellenberg für sinnvoller. (zg)

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