Samstag, 23. September 2017

11. Februar 2010 20:50 Uhr

"Scheinheilige Missionare" geloben Besserung

Babenhausen/Klosterbeuren Die "scheinheiligen Missionare" haben über die Grenzen des Fuggermarktes hinaus für Gesprächsstoff gesorgt. So erhielt nicht nur die IZ empörte Leserbriefe, sondern bei Nadine Schedl, Gründungsmitglied der Missionare, stand gar die Polizei vor der Tür und wollte den "Beichtstuhl", ein aus einem Autositz bestehendes Gefährt, inspizieren.

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Pfarrer Robert Schwaiger aus Klosterbeuren erzählt, auch ihm habe jemand geraten, gerichtlich gegen die Gruppe vorzugehen. Das sei für ihn aber nie in Frage gekommen. "Ich möchte nicht, dass so eine Geschichte das Dorf spaltet."

Er kann die Kritiker der Faschingsfreunde mittlerweile beruhigen: "Ich hatte ein Gespräch mit einigen Jugendlichen aus der Gruppe und wir sind im Guten auseinander gegangen", betont er. In einem Brief an die Zeitung machen die Faschingsfreunde klar: "Wir wollten mit unserer Verkleidung weder die Kirche verspotten, noch den Glauben ins Lächerliche ziehen." So seien schließlich solche Kostüme überall erhältlich und Mönch oder Nonne sei eine beliebte Verkleidung.

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Doch um guten Willen zu zeigen, sind die jungen Leute ihren Kritikern einen Schritt entgegen gekommen: Sie tragen bei ihren öffentlichen Auftritten nun keine Kreuze mehr um den Hals. Zudem heben sie hervor, dass sie mit dem Zusatz "scheinheilig" gewiss nicht die Franziskanerinnen aus Klosterbeuren beleidigen wollten, sondern eigentlich mehr sich selbst meinten. "Schließlich sind wir keine echten Missionare", so Nadine Schedl.

Doch der Gedanke, der hinter der Gründung dieser Gruppe stehe, sei gewiss kein unchristlicher, schreiben die Faschingsfreunde in ihrem Brief. Schließlich gehe es in dem Verein um die Zusammenführung junger Leute und die Festigung der Gemeinschaft.

Was die Kostüme angeht, drückt Pfarrer Schwaiger nun ein Auge zu: "Schließlich ist Fasching." Und auch die Polizei ist zu dem Fazit gekommen, dass die Faschingsfreunde die Kirche nicht verunglimpfen. "Wir konnten keinen Gesetzesverstoß erkennen", sagt Werner Bräuer von der PI Illertissen. Die Staatsanwaltschaft hätte keinen Grund gesehen, die Gruppe - wie vom Anzeigeerstatter gefordert - von Umzügen auszuschließen.

Noch eine interessante Tatsache zum Schluss: "Unserer Gruppe gehören viele ehemalige Ministranten an", verrät Nadine Schedl.

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