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09. Februar 2010 19:50 Uhr

Tierquälerei

Schüsse auf Katzen: Täter sind oft schwer zu überführen

Vor einem Jahr schoss ein Unbekannter im Kreis Neu-Ulm auf Katze Mauzi. Das Tier war so schwer verwundet, dass es eingeschläfert werden musste. Ein ähnlicher Fall ereignete sich vergangenen Juli in Klosterbeuren.

"So lange Menschen denken, dass Tiere nicht fühlen, müssen Tiere fühlen, dass Menschen nicht denken." So schloss ein Brief der Familie Bachler aus Unterroth, der kürzlich unsere Zeitung erreichte. Denn vor einem Jahr schoss ein Unbekannter auf deren Katze Mauzi. Das Tier war so schwer verwundet, dass es eingeschläfert werden musste. Ein ähnlicher Fall - nur mit glücklichem Ausgang - ereignete sich vergangenen Juli in Klosterbeuren. Kätzchen Layla von Oliver Pöllath kam verwundet nach Hause und musste in der Tierklinik in Babenhausen operiert werden. Sie sei heute wieder wohl auf, berichten die Pöllaths.

Im vergangenen Dezember dann erwischte es die Streunerkatze Tipsy im Kettershauser Ortsteil Bebenhausen. An der Schulter wurde das Kätzchen schwer verwundet. "Mittlerweile ist Tipsy aber wieder quietschfidel", berichtet Rosemarie Sutter vom Verein "Zuflucht für Tier im Allgäu". Die Tierschützerin organisiert Futter für streunende Katzen und sorgt dafür, dass die Streuner sterilisiert beziehungsweise kastriert werden.

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Dass auf Katzen geschossen werde, sei leider keine Seltenheit, sagt sie. "Erst kürzlich hat mir ein Tierarzt erzählt, er habe eine weitere angeschossene Katze in Behandlung gehabt." Das Tier aus Kettershausen sei schließlich an einer Lungenblutung verendet. Ursache war wohl ein Schuss. "Allerdings wollten die Besitzer den Fall nicht anzeigen", so Sutter.

Projektil wichtig für die Ermittlung

Keine auffällige Häufung solcher Vorfälle kann Arthur Hänle von der Polizeidienststelle in Babenhausen erkennen. "Eher kommt so etwas im Sommer vor", sagt er. Werner Bräuer von der Polizeiinspektion Illertissen meint, solche Fälle würden nur selten zur Anzeige gebracht. "Schließlich ist es meist sehr schwierig, den Täter zu finden", weiß er. Da Katzen oft durch große Gebiete streunen, könne man selten fest machen, an welchem Ort das Tier angeschossen wurde. "Wichtig wäre es auch, dass der Besitzer uns das Projektil zur Untersuchung bringt", sagt der Polizeisprecher.

So könne man zumindest einordnen, ob mit einem Luftgewehr oder etwa mit einem Kleinkaliber geschossen wurde. "Luftgewehre sind weit verbreitet, doch bei anderen Waffen verkleinert sich der Verdächtigenkreis." Werde jedoch der Täter gefunden, so werde nicht nur der Verstoß gegen das Tierschutzgesetz geahndet, sondern auch wegen Sachbeschädigung ermittelt, da Tiere im BGB als "Sache" gelten.

In Mauzis und auch in Laylas Fall wurde die Tätersuche jedoch eingestellt.

Die Bachlers wollen sich damit nicht zufriedengeben: "Die Ermittlungen können jederzeit wieder aufgenommen werden, sollte irgendetwas ans Licht kommen. Wir werden auf jeden Fall weiter nach dem Täter suchen, egal wie lange es dauert." (evb)

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