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13. März 2010 10:00 Uhr

Sendemast erhitzt die Gemüter

Altenstadt Bisher war der rund 36 Meter hohe Kirchturm das höchste Gebäude im Altenstadter Ortsteil Illereichen. Bald könnte ihm jedoch ein knapp 44 Meter hoher Sendemast Konkurrenz machen, der auf einer Anhöhe zwischen Illereichen und Untereichen errichtet werden soll. Das, so finden einige Bürger, würde das Ortsbild beeinträchtigen. Außerdem werden natürlich Sorgen um eine mögliche Strahlenbelastung laut. Doch da die Angelegenheit bisher unter Verschluss gehalten wurde, regte sich auch nur Widerstand bei den direkt Betroffenen.

Der Sendemast soll der Sicherheit der Bevölkerung dienen, begründet das Bayerische Staatsministerium des Inneren auf Anfrage unserer Zeitung den geplanten Bau. So wolle man in Bayern das analoge Kommunikationsnetz der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben, kurz BOS, durch ein digitales Funknetz ersetzen. Das alte Netz entspreche nicht mehr den Bedürfnissen der Behörden. Also sollen in Zukunft Feuerwehr, Polizei, Katastrophenschutz und Rettungsdienst via Digitalfunk kommunizieren.

Dazu werden, so ein Sprecher des Staatsministeriums, in Bayern 950 Basisstationen benötigt - eine davon ausgerechnet bei Altenstadt. Zwar sei das Ministerium um eine einvernehmliche Lösung mit den Bürgern bestrebt und es seien im Fall Altenstadt auch Alternativstandorte untersucht worden, aber: "Leider hat keiner der Alternativstandorte die Anforderungen an die BOS-Funkversorgung erfüllt."

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Nachbarn dagegen

Die 13 nächsten Nachbarn des Sendemastes haben nach Informationen unserer Zeitung zwar alle das Baugesuch abgelehnt, doch vermutlich kann der Mast trotzdem errichtet werden. Denn es bestehe zwar die Möglichkeit, dass die Regierung das Gesuch überprüfe, doch - so der Ministeriumssprecher - natürlich habe man bereits bei der Standortwahl darauf geachtet, alle gesetzlichen Vorgaben einzuhalten.

Im Altenstadter Gemeinderat wurde die Angelegenheit - auf Vorgabe des Ministeriums - bisher unter Verschluss verhandelt. "Das BOS-Digitalfunknetz ist ein Hochsicherheitsnetz zum Schutz der Bürger, welches damit besonderen Sicherheitsanforderungen unterliegt", lautet die Begründung des Ministeriums für die Geheimniskrämerei. So sollte Sabotage verhindert werden. Doch mittlerweile habe der Freistaat die Auflagen gelockert und die Aufklärung der Bevölkerung nehme in Zukunft einen hohen Stellenwert ein, verspricht das Ministerium.

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