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08. Februar 2012 12:13 Uhr

Schlussverkauf

Sibirischer Frost macht heiß auf Warmes

Bei sinkenden Temperaturen steigt das Interesse an Winterkleidung Von Regina Langhans

Mit der Kälte kommt auch die Nachfrage an typischen Winterartikeln, weiß Claudia Wirth (rechts) vom gleichnamigen Gartenfachmarkt. Mit auf dem Bild von links Hedwig Oschwald, Günther Drexler und Arian Demolli.
Foto: lor

Illertissen Sibirische Verhältnisse bestimmen derzeit die Wetterlage in Europa. Da werden die Regale mit bislang nicht verkaufter Ware oder Schnäppchen zum Winterschlussverkauf abgeräumt, was die Ladenbesitzer freut. Dabei wird auch offenbar, was alles mit der Kälte in Zusammenhang steht, oder im Umgang mit ihr zu beachten ist.

„Einen richtigen Winterschlussverkauf haben wir nicht, denn Tee wird unabhängig von der Jahreszeit getrunken“, erklärt Erika Sauter vom Teeladen Binder in Vöhringen. Dennoch wollte sich die Geschäftsinhaberin dem Trend nicht verschließen und hatte ein Fenster mit herabgesetzten Waren dekoriert. Wegen der eisigen Temperaturen sei letztendlich auch die Teenachfrage etwas gestiegen.

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„Kunden, die jetzt kommen, suchen gezielt nach warmen Schals, Mützen oder Schuhen“, hat Hermine Liedel vom Schuhhaus Marksteiner in Babenhausen beobachtet. Denn Rabattverkäufe und Aktionen hätten schon den ganzen Winter stattgefunden. Dennoch gelte: „Wem zusätzlich noch ein Schnäppchen ins Auge fällt, der nimmt es natürlich gerne mit.“ Peter Kornegger von Mangold Mode in Altenstadt stellt bei Mützen, Schals, Handschuhen oder warmen Jacken eine verstärkte Nachfrage fest: „Viele Kunden kaufen nach Bedarf, der durch den Kälteeinbruch eingetreten ist. Auf der einen Seite wird Ware gekauft, die bislang nicht gefragt war, aber unsere neuen, nicht mehr so ganz winterlichen Sachen finden auch schon Abnehmer, wenn sie auf Gefallen stoßen.“

Am Schneefall orientiert sich der Verkauf von Schlitten, Schneeschaufeln und Streusalz, weiß Claudia Wirth vom gleichnamigen Agrarhandel in Illertissen. Und bei frostigen Temperaturen werde auch kräftig Vogelfutter nachgekauft.

Pullover und Mantel für den Hund

Dass für Tiere, soweit sie mit der Kälte in Berührung kommen, ebenfalls Vorsorge getroffen wird, kann Traudl Steck-Schlegel von „Zoo Schuster“ in Illertissen berichten. „Wer von unseren vierbeinigen Freunden Unterschlupf finden kann, der tut es und geht nur nach draußen, um sein Geschäftchen zu erledigen.“ Hasenställe würden dick mit Heu und Stroh ausgepolstert und unter ein Dach gestellt, Katzen blieben von allein der Kälte fern. „Hunde brauchen jedoch ihren Auslauf, auch wenn die kleinen oder solche mit kurzem Fell unter der Kälte recht leiden.“ Deshalb würden Herrchen oder Frauchen bei ihr nach Mäntelchen und Pullovern Ausschau halten, die es mit und ohne Futter oder als Strickwaren zu haben gibt. Sogar Hundeschuhe kann sie anbieten, wenn die Pfoten verletzt oder vom Streusalz wund geworden sind. „Allerdings weiß ich, dass diese unter Hunden nicht sehr beliebt sind“, behauptet sie.

Ähnliches gelte übrigens für die Menschen, sagt Apotheker Bernhard Weigel aus Buch, der sich über die Stubenhocker bei dem schönen Winterwetter wundert und schmunzelt: „Mit meinem Hund muss ich täglich an die frische Luft und bin deshalb – obwohl ich eine Apotheke habe – niemals krank.“ Um die frostig-klaren Wintertage voll genießen zu können, kann Vorsorge getroffen werden: „Für das Gesicht, insbesondere bei Kindern, fettreiche Creme mit möglichst wenig Wasseranteil verwenden, um geplatzte Äderchen, die sogenannte Scuperose, zu vermeiden. Dabei die Lippen nicht vergessen, sie können in der Kälte schnell rissig werden.“ Mütze und Schal sind für ihn ein Muss, „insbesondere bei Männern mit wenig Haaren, weil da die Wärme links und rechts am Kopf abfällt“. Der Apotheker rät, gegebenenfalls den Schal um Mund und Nase zu wickeln, um gegen den scharfen Wind gefeit zu sein. „Und Hände gehören grundsätzlich in Handschuhe gesteckt.“

Vom Erfrieren bedroht sind am ehesten Finger- und Zehenspitzen, doch dank guter Bekleidungsmöglichkeiten komme das in unseren Breiten, also Illertissen und Umgebung, kaum vor, erklärt der Mediziner Alfred Milz aus Vöhringen. „In meiner Praxis habe ich allenfalls Erfrierungen zu behandeln, die aus Unfällen resultieren oder aus Kriegszeiten, und im Winter immer mal Probleme machen können.“

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