Dschi, Dira oder Mudi - wie sie doch nicht alle heißen. Sie blicken mit dickhäutiger Menschlichkeit dem Betrachter direkt ins Auge - die Jumbos der 70-jährigen Wahl-Ulmerin Monika Guther. Ihre feingliedrigen Bleistift-Zeichnungen sind in der Thalfinger Galerie auf der Insel noch bis 17. Februar zu sehen.

Die Elefanten, die größten noch lebenden Landtiere, sind als artengeschützte Pflanzenfresser auch heute noch "in": Bekanntlich überquerte Hannibal 218 v. Chr. mit seinen gefürchteten Kriegselefanten die Alpen via Rom. Der Elefant ist das Wappentier der Republikaner in den USA. Er ist eine der Gottheiten des Hinduismus. "Schwäne spiegeln Elefanten" in Dalis Werken von 1937. Mit einem Elefant wirbt Frankfurt in der bayerischen Landeshauptstadt auf rund 200 Großplakaten für sein Museumsufer als ein Schwergewicht der deutschen Museumslandschaft.
Und die "Ottifanten" von Otto Waalkes - auch davon hat sich die gebürtige Braunschweigerin Monika Guther nicht beeindrucken lassen. Ihre Fundgrube ist die Zirkus-Tierschau. Da klappt sie dann ihren Zeichenstuhl auf und porträtiert die Rüsseltiere im augenzwinkernden Gruppenbild wie aus dem Dschungelbuch oder als mächtiges afrikanisches Solo.
Ihre Bleistift-Blätter aus den vergangenen 20 Jahren spiegeln noch weitere "tierische" Begegnungen wider, die Guther auch aus dem Ulmer Aquarium in der Friedrichsau ins Künstlerische übersetzt hat. Ein verspieltes Bärenquartett, dazu ein Krokodil im Kreis des Universums, eine subtropisch sich biegende Palmenlandschaft oder die Makro-Sicht in der Detail-Verliebtheit auf die gerollte Kirschbaumrinde. All dies zeigt zweierlei: Eine gekonnte Zeichenhand mit ausdrucksstärkeren älteren Illustrationen und - die Liebe zur Natur.
Zeichnungen von Monika Guther in der Thalfinger Galerie auf der Insel bis 17. Februar. Geöffnet in der Ulmer Straße 6 Donnerstag bis Sonntag von 16 bis 18 Uhr sowie nach telefonischer Vereinbarung unter (0731) 263672.
Artikel kommentieren
| Artikel bewerten: