Kettershausen (clb) - "Wie uns aus verlässlicher Quelle mitgeteilt wurde, will der Mobilfunkanbieter O2 auf dem Gemeindegebiet von Kettershausen eine Mobilfunksendeanlage errichten", brachte Michael Lemhöfer bei der Kettershauser Bürgerversammlung eine Anfrage vor, die bei den Versammelten teilweise auf Verunsicherung stieß. Da es sich bei einem Sendemast um eine Einrichtung handle, die alle Bürger Kettershausens mehr oder weniger betreffe, bat er Gemeindeoberhaupt Josef Höld um detaillierte Informationen.
Betreiber haben sich im Januar an Gemeinde gewandt
Nach Aussage des Bürgermeisters habe der Mobilfunkbetreiber der Gemeinde bereits am 9. Januar mitgeteilt, dass er zum Ausbau seines GSM-Netzes (Global System for Mobile Communications) im Bereich Kettershausen einen Standort für eine Mobilfunk-Basisstation suche und die Gemeinde im Rahmen des Mobilfunkpaktes II zur Mitwirkung bei der Standortfindung einlade.
Wilhelm Kielmann von der O2-Akquisition bietet der Gemeinde in seinem Schreiben an, eigene Interessen und Gesichtspunkte in die Planungen einzubringen. Orte für Basisstationen könnten nicht willkürlich gewählt werden. Da sie sich in ein Netz funktional einfügen müssten, würden sie in begrenzten Suchkreisen ausgewählt. Der Mobilfunkbetreiber sei deshalb für Vorschläge und Hinweise der Gemeinde dankbar, die - sofern diese interessiert sei - auch weiter über die Suche informiert werde und sich gern am Auswahlprozess beteiligen könne.
Laut Aussage des O2-Mitarbeiters würde sich seine Firma auch über ein Angebot der Gemeinde zur Nutzung einer kommunalen Liegenschaft freuen. "Je größer die Auswahl ist, desto wahrscheinlicher wird es, einen den Interessen der Gemeinde entgegenkommenden Standort zu realisieren."
Auf Vorschlag von Bürgermeister Höld habe O2 bereits den Bereich um die im Günztal zwischen Kettershausen und Mohrenhausen errichtete Kläranlage ins Auge gefasst, erklärt Kielmann gegenüber der Illertisser Zeitung. Um in diesem direkt "im Loch" liegenden Gebiet eine Fernwirkung zu erzielen, müsste allerdings ein hoher Mast errichtet werden. Das sei in dem unmittelbar an ein Naturschutzgebiet angrenzenden Areal aufgrund von Auflagen der Naturschutzbehörde aber nicht möglich.
Unternehmen hat Platz beim Wasserhochbehälter geprüft
Als weiteren, von Bürgermeister Höld vorgeschlagenen Standort habe O2 den Bereich um den nordwestlich von Kettershausen im Wald stehenden gemeindlichen Wasserhochbehälter geprüft. "Der würde taugen", erklärt der Vertreter der Mobilfunkfirma. Allerdings müsste eine funktionierende Basisstation in diesem Waldgebiet eine Höhe von rund 30 Metern aufweisen. Die Errichtung würde rund dreimal so hohe Kosten wie ein Sendemast im Ortsbereich verursachen, erklärt Kielmann. Außerdem fordere das Landratsamt für die Errichtung einer solchen Anlage im Außenbereich eine Ausgleichsmaßnahme oder eine Ausgleichszahlung in Höhe von rund 20 000 Euro.
Da O2 großes Interesse an der Akzeptanz der Mobilfunk-Basisstation durch die Bevölkerung habe, würde die Firma diese Investition aber in Kauf nehmen. Kielmann: "Wir wollen einfach Ruhe im Dorf." Bei einer auf Donnerstag, 10. April, (Beginn 19.30 Uhr) angesetzten, öffentlichen Gemeinderatssitzung will der O2-Mitarbeiter die bisherigen Ergebnisse der Standortsuche vorstellen und auf Fragen der Räte eingehen. Schließlich wolle der Mobilfunkbetreiber gemeindliches Einvernehmen sowie einen engen Kontakt mit der Gemeinde halten.
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