Enormes Einsparpotenzial entdeckt. Einbahnregelung gekippt. Grundstückspreise sinken

Von Fritz Settele
Babenhausen Eine neue Lärmschutzkonstruktion, Begegnungsverkehr anstatt einer Einbahnregelung, mehr „Nettobaufläche“ und niedrigere Grundstückspreise – das sind die Erkenntnisse eines Planungsbüros zum geplanten Neubaugebiet „Weinrieder Feld“. Und diese „Denkanstöße“, so Joachim Klinger vom gleichnamigen Ingenieurbüro, „sparen der Kommune Kosten und erhöhen gleichzeitig die Baulandkapazität“.
Mehrere Sitzungen lang hatten sich die Markträte stundenlange, oft sehr emotionale Debatten um das geplante Baugebiet „Weinrieder Feld“ geleistet. Ein Knackpunkt war dabei die Einbahnregelung. Mit einem Federstrich wurde diese nun gekippt. In seinem Bericht hatte Joachim Klinger dazu angemerkt, dass für einen Begegnungsverkehr eine Straßenbreite von 4,50 Metern reiche, vorausgesetzt es handelt sich um eine „möglichst verkehrsberuhigte Zone“ oder um eine Tempolimitierung auf höchstens 20 Stundenkilometer.
Durch die teilweise neue Straßenführung lassen sich die Bauphasen zudem „galant lösen“. Dafür gibt es laut Klinger „pfiffige Lösungen“, die zudem den Vorteil hätten, dass sich die Nettobaufläche von 27713 auf 28442 Quadratmeter erhöhe. Das wäre bares Geld für die Kommune, aber auch für die Grundstückskäufer. Insgesamt entstünden dadurch mindestens zwei zusätzliche Bauplätze, was laut Klinger rund 100000 Euro zusätzliche Einnahmen bedeutet. „Eine Verringerung der Fahrbahnbreite um einen halben Meter schlägt mit rund 40000 Euro zu Buche“, so Klinger weiter.
Auch zur Lärmschutzproblematik lieferte Klinger eine neue Variante. Durch ein so genanntes technisches Bauwerk lasse sich viel Geld sparen. Es handelt sich um eine Konstruktion mit verzinkten Stahlträgern, die von oben mit Erdmaterial gefüllt wird. Dies sei „absolut dicht“ und schalltechnisch der jetzigen Planungsvariante gleichwertig. Gleichzeitig lässt sich dadurch laut Klinger auf den jeweiligen Baugrundstücken dahinter ein vier Meter breiter Streifen einsparen. Auf eine Länge von rund 300 Metern bedeute dies 1200 Quadratmeter. Und dies summiere sich erheblich, wenn man von einem Quadratmeterpreis von 100 Euro ausgeht. „Keinerlei Einbußen der Lärmschutzqualität, sondern ein Einsparpotenzial von letztlich 195000 Euro“, rechnete Klinger dem Marktrat vor.
Bezüglich des Dammbaus riet Klinger, den „kniffligen Teil im Süden momentan auszusparen“, schließlich könne man den Wall auch später schließen. Diesbezüglich schlug er vor, zumindest für die Ausbauphase dort eine so genannte Baustraße – zumindest vorübergehend – zu errichten. Allgemein bleibt laut Klinger der Planungsbereich im bisherigen Umgriff erhalten.
Bürgermeister Otto Göppel sprach von „Einsparmöglichkeiten, ohne die Qualität des Baugebiets allzu sehr zu beeinträchtigen“. Damit käme man dem Ziel, bezahlbare Bauplätze zur Verfügung zu stellen, einen großen Schritt näher.
Dem stimmte der Marktrat ohne Einwände zu und gab eine Änderung des Bauplans auf Grundlage der vorgestellten Varianten samt Ausführungsplanung in Auftrag.
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