Ulm (boz) - Wenn am Ende Richter, Staatsanwalt und Verteidiger selbst vor Gericht stehen, dann kann es sich nur um eine Komödie handeln. Eine von den Komödien, die das "Narrenbrettle" der Ulmer Narrenzunft inzwischen seit zehn Jahren auf die Bühne bringt. Und das immer für einen guten Zweck. In diesem Jahr heißt das Stück "Raphael, in den Zeugenstand". Und darin geht es um einen vermeintlich "unzüchtigen" Papageien.

Seit Wochen schon wird auf der Bühne der Meinloh-Halle fleißig gewerkelt und unter der bewährten Regie von Senta Hudler geprobt. Es entstand ein Gerichtsaal, in dem in diesem Jahr wegen des Jubiläums sogar an vier Abenden die Fetzen fliegen werden.
Und worum geht es in dem Stück? Die Witwe Nora Sturm wird angeklagt, weil ihr Papagei Raphael nächtens unzüchtige Lieder gesungen haben soll. Im Laufe der Verhandlung stellt sich heraus, dass die drei Herren, die im Gerichtssaal als Berufskleidung schwarze Roben tragen, mit der Tochter der Angeklagten eine wilde Fete gefeiert haben, während die Mutter außer Haus war.
Als sich dann noch herausstellt, dass die Tochter schwanger ist, ist alles für ein furioses Finale angerichtet, bei dem Richter, Staatsanwalt und Verteidiger auf der Anklagebank sitzen. Angeklagte und die beiden Zeuginnen werden nun zu Richtern.
Somit steht einem vergnüglichen Abend nichts mehr im Weg. Wie gewohnt sorgt das "Narrenbrettle" auch für das leibliche Wohl. Die Einnahmen aus den vier Vorstellungen in diesem Jahre gehen an den "Förderkreis intensivpflegebedürftige Kinder Ulm e. V.". Und wie in den vergangenen Jahren wird sicherlich wieder eine "närrische Summe" wie 1111,11 Euro eingespielt, die bei Bedarf entsprechend aufgerundet wird. Für alle, die mehr über das "Narrenbrettle" und seine Geschichte wissen möchten, gibt es inzwischen eine Internetseite. Dort gibt es Auskunft über die Bühnenmannschaft und die vielen guten Geister, die hinter der Bühne mitarbeiten.
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