Memmenhausen Am Jahresende wird überall Bilanz gezogen - auch bei der Braunvieh-Bezirkszucht-Genossenschaft Krumbach (BZG). Vorsitzender Hans-Jörg Stuhler eröffnete die Jahresversammlung mit Tierzuchttag, zu der 15 von 22 Mitgliedern gekommen waren, um sich über Zucht, Vermarktung, Besamung und die neuesten Erkenntnisse im Veterinärwesen informieren zu lassen.

VON KARL KLEIBER
Kassier Georg Ganser berichtete, dass die Genossenschaft, die sich über das Gebiet des ehemaligen Landkreises Krumbach erstreckt, nach einer Betriebsaufgabe noch 22 Mitglieder zählt. Die Finanzdecke betrage gut 2800 Euro, was für die kleine Genossenschaft ausreichend sei, schloss Ganser.
Zuchtleiter Ludwig Mößner vom Amt für Landwirtschaft und Forsten Kaufbeuren stellte fest, dass im Bereich der AHG die Milchleistungen 2008 um 141 Kilo auf durchschnittlich 7121 Liter angestiegen seien. Bayernweit wurden 2008 beim Herdebuch-Braunvieh im Mittel 7219 Liter Milch mit 4,21 Prozent Fett und 3,59 Prozent Eiweiß erzeugt. 2007 lag noch Fleckvieh in der Milchleistung vor dem Braunvieh.
Auch in der BZG Krumbach kam es bei den 803 Herdebuchkühen zu Leistungssteigerungen. Sie beliefen sich im Durchschnitt pro Kuh von fünf auf 7535 Liter mit 4,27 Prozent Fett und 3,65 Prozent Eiweiß. Den höchsten Stalldurchschnitt erwirtschaftete erneut Wolfgang Rampp (Roppeltshausen) mit 9567 Litern bei 4,36 Prozent Fett und 3,75 Prozent Eiweiß, gefolgt von Martina Stuhler-Fuchs (Schönebach) mit 8509, Herbert Geiger (Balzhausen) mit 8058, Bernhard Mayer (Deisenhausen) mit 8020 und Wolfgang Stuhler (Schönebach) mit 7901 Kilo.
Die 13-jährige Kuh Hilde von Martina Stuhler-Fuchs erbrachte mit 100 796 Kilo Milch die höchste Lebensleistung in der BZG. 91 631 Liter gab "Litti" von Daniel Fendt (Memmenhausen). 89 702 Liter Milch produzierte "Elke" von Winfried und Rosa Fischer. Diese Leistungen, so Mößner, resultieren aus gezielten Paarungen. Als Resümee zog er: Braunvieh habe viele Vorteile in Leistung, Lebenserwartung und Fleischqualität. Deshalb seien Kälber, Jungvieh und Zuchttiere enorm gefragt und der Markt wie leer gefegt.
Um für jeden Züchter die ideale Anpaarung zu ermöglichen, bieten die Besamungsstationen Memmingen und Greifenberg hervorragendes Genmaterial, denn das Zuchtbullen-Angebot sei so gut wie noch nie. Als Spitzenstiere nannte Mößner unter anderem "Juhus", "Vasir" und "Juleng", die hervorragende Vererbungs- und Leistungswerte aufweisen.
Artikel kommentieren
| Artikel bewerten: