Krumbach Artisten hoch unter der Zirkuskuppel - Tierdressuren in der Manege - lustige Clownereien: Aus dieser Triade mixt der Circus Crocofant sein Programm, mit dem das Familienunternehmen auf seiner "Zehn Jahre Crocofant-Jubiläumstour" derzeit in Krumbach gastiert. "Manege frei": Dabei entführt Crocofant das Publikum für satte zwei Stunden in die bunte Welt der Illusionen, der wilden Tiere und ebenso rasanter Artistik wie poetischer Akrobatik - und der multifunktional eingesetzte "dumme August" ist mehr als ein "Pausen-Clown", ist Bindeglied für ein niveauvolles circensische Nonstop-Programm.


Zirkuswelt pur schon beim ersten Programmakt: Dompteur Christian Walliser präsentiert im Käfigrund der Manege seine bengalischen Tiger. Bemerkenswert die souveräne Leistung und die ruhige, zurückhaltende Art, wie der Tierlehrer aus Königsbrunn seine Tiere in den Mittelpunkt des Publikumsinteresses führt. Bemerkenswert im Wissen, dass Walliser bis vor wenigen Wochen nach einer Tigerattacke lebensgefährlich verletzt wurde, wochenlang im Koma lag und jetzt im Circus Crocofant wieder in den Tigerkäfig steigt. Und es ist augenscheinlich: Der Raubtierdompteur ist wieder ganz in seinem Element, zusammen mit seinen wilden Katzen. Das Publikum hält den Atem an und applaudiert begeistert.
Bengalische Tiger und afrikanische Elefanten
Apropos begeistern: Die bengalischen Tiger führen in die Zirkuswelt ein, die beiden afrikanischen Elefanten von Zirkusdirektor François Meise beschließen das Programm. Übrigens: Bevor die Dickhäuter Miry und Betty im "Circus Crocofant" eine neue Heimat gefunden haben, waren sie als Filmstars auf großen Leinwänden in Filmen wie "Asterix und Obelix" zu sehen. Heute ist das Trio "Miry, Betty und der Herr Direktor" ein eingespieltes Team, die Elefanten tanzen im Manegenrund - als Beobachter ist man versucht, ein gelegentliches freundliches Blinzeln der Dickhäuter ins Publikum zu erkennen, und die Elefanten machen mit ihren Rüsseln auch vor den Logenplätzen nicht Halt, was auch als eine durchaus freundliche Geste gewertet werden darf, die für Überraschung und Begeisterung gleichermaßen sorgt.
Mit etwas mehr Abstand verfolgt der Zirkusbesucher die Schlangen- und Krokodilshow von Kava Kavak, der mit Reptilien und Riesenechsen umgeht wie mit "kuscheligen Heimtieren".
Jonglage, Akrobatik und ein verunglückter Dompteur
Dazwischen gibt es Akrobatik, wenn "Clara" als grazile Hula-Hoop-Könnerin ins Scheinwerferlicht tritt oder "Nikita" am Luftring oder an den Vertikaltüchern für poetisch anmutende Momente und farbenprächtige Bilder sorgen. Der Tempojongleur "Rudy" reiht sich nahtlos in die Leistungen der Artisten unter der Zirkuskuppel ein und begeistert durch seinen kunstvollen Umgang mit Bällen und Keulen. Ihn trifft man auch wieder bei der Triotruppe "Venus" und mit sensationeller Percheakrobatik. Und dazwischen zieht immer wieder Clown David das Interesse auf sich: als verhinderter Raubtierdompteur, als Möchtegern-Jongleur, als "David auf hoher See" oder dem Sänger-sketch. Der Circus Crocofant bestätigt mit der Präsentation abwechslungsreicher Zirkuskost seinen guten Ruf unter Zirkuskennern, "ein ganz Großer unter den Kleinen" zu sein. Das scheint die beste Werbung für den Zirkus im Allgemeinen zu sein - und für den Circus Crocofant im Besonderen. (k)
Vorstellungen Seine Show mit dem kompletten Jubiläumsprogramm präsentiert "Crocofant" in Krumbach (Festplatz beim Stadtsaal) noch bei den Vorstellungen am heutigen Freitag, am morgigen Samstag (jeweils um 17 Uhr) und bei der Abschiedsvorstellung am Sonntag, 2. Mai, (Vorstellungsbeginn bereits um 15.30 Uhr).
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