Am ersten Sonntag der Fastenzeit werden die Funken- oder Scheibenfeuer entzündet. Der Brauch wurde in den vergangenen Jahren wiederbelebt. Aber was hat es damit auf sich?



Wenn das Feuer seine größte Ausdehnung erreicht hat und auch die Hexe lichterloh brennt, dann folgt als weiterer Höhepunkt das sogenannte „Scheibenschlagen“: In der Mitte durchbohrte Baumstammscheiben werden so lange ins Feuer gehalten, bis sie glühen. Ähnlich dem Hammerwerfen in der Leichtathletik lassen die Burschen die Funken sprühenden, an Drähten befestigten Holzscheiben über ihren Köpfen kreisen. In anderen Gegenden werden die glühenden Holzscheiben unter lautem Hallo den Hang hinab in die Dunkelheit geschlagen, begleitet von allerlei Versen und Wünschen: „Scheib aus, Scheib ei’, Scheib über da Roi’! Dia Scheib soll mei’m Schätzle in d’ Bettstatt nei sei!“
Brennholz-Sammeln hatte früher rituellen Charakter: Das Einsammeln des Brennmaterials hatte früher fast rituellen Charakter: Die Burschen hatten ein Recht darauf, ein Holzscheit zu erhalten, das Feuer galt als Gemeinschaftswerk der Dorfjugend. Beim Holzsammeln riefen die Buben: „Heiliger Sankt Veit, i bitt’ um a Scheit, i bitt’ um an Boscha, unserm liaba Herrgott a Fuir aufg’loscha!“ Die so gesammelten Holzscheite wurden dann kunstvoll aufgeschichtet. Als Schmach galt es, wenn sich der Funken nicht entzünden ließ. Ebenso ärgerlich war es, wenn das mühevoll zusammengetragene Material von rivalisierenden Burschen aus dem Nachbarort zu früh angezündet wurde.
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