Samstag, 1. November 2014

11. Juni 2013 19:55 Uhr

Hochwasser im Landkreis

Die Lage entspannt sich nur langsam

Die Aufräumarbeiten sind in vollem Gange. Kritisch wurde es vorübergehend wieder an der Günz. Staatssekretär Franz Pschierer in Wiesenbach Von Monika Leopold-Miller und Peter Bauer

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Im südlichen Landkreis entspannte sich die Hochwasserlage insgesamt zusehends, die Aufräumarbeiten sind angelaufen. „Ich bin stolz auf meine Wiesenbacher, der Zusammenhalt war großartig“, sagte die Wiesenbacher Bürgermeisterin Ilse Thanopoulos, deren Gemeinde es besonders heftig erwischt hatte (wir berichteten). Nach wie vor heikel war zuletzt die Situation im nördlichen Landkreis.

Die Pegel der Kammel und der Günz sanken aber insgesamt immer weiter noch unten, wobei die Situation im Bereich von Ellzee, Waldstetten und auch Wattenweiler wieder kritisch wurde. Die Schutzanlagen wurden mit Sandsäcken verstärkt.

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Bis zuletzt gesperrt war aber noch die Zufahrtstraße zum Oberrieder Weiher, wie Breitenthals Bürgermeisterin Gabriele Wohlhöfler mitteilte. Entspannt war die Situation an Mindel und Zusam. Allerdings musste zuletzt wieder mit Schauern und Gewittern gerechnet werden.

Vom Hochwasser in Mittelschwaben gibt es bei uns eine große, inzwischen durch zahlreiche weitere Fotos ergänzte Bildergalerie.

Am Dienstag waren noch zahlreiche Einsatzkräfte mit dem Auspumpen von vollgelaufenen Kellern beschäftigt. Während der zeitweise sehr angespannten Hochwasserlage halfen auch Einsatzkräfte aus den umliegenden Landkreisen bei der Versorgung mit Sandsäcken, berichtet Georg Weishaupt, Mitarbeiter in der Führungsgruppe Katastrophenschutz im Landkreis Günzburg. Extrem war diesmal der flächige Charakter des Hochwassers. Daher war es nötig, die Einsätze der Hilfskräfte übergeordnet zu koordinieren.

Deswegen sei, so Weishaupt, der Katastrophenfall ausgerufen worden. Zu Einsatzleitern bestellt wurden Bernhard Ziegler vom BRK Günzburg und Kreisbrandmeister Wolfgang Härtl. Kreisbrandrat Robert Spiller war in Wiesenbach vor Ort, als sich die Situation dort am Montag zunehmend kritisch entwickelte.

In Burgau war zwischenzeitlich eine Siedlung mit rund 1000 Einwohnern in Gefahr. Zum Glück ging es glimpflich ab. Wie sich die Lage zuletzt darstellte, hat es Ober- und Unterwiesenbach am Schlimmsten erwischt. Dort sind die Aufräumarbeiten in vollem Gange.

Am Dienstagnachmittag kamen Finanzstaatssekretär Franz Pschierer, Regierungspräsident Karl Michael Scheufele und der Landtagsabgeordnete Alfred Sauter nach Wiesenbach. Bürgermeisterin Ilse Thanopoulos zeigte das Ausmaß der Verwüstungen. Pschierer sicherte schnelle Hilfe zu.

Vom Hochwasser in Wiesenbach gibt es bei uns ein Video.

Stark betroffen war laut Weishaupt auch Waldstetten. Dort seien die Wassermassen aber örtlich begrenzt gewesen. Die Krumbacher Feuerwehr war in der Nacht von Montag auf Dienstag massiv im Einsatz, wie Feuerwehrkommandant Wolfgang Hiller berichtet. Bei der Leidescher-Mühle und im Stadtbereich bei Bürsten-Böck baute die Wehr vorsichtshalber Schutzwälle mit Sandsäcken auf.

Außerdem halfen die Krumbacher Feuerwehrler im nördlichen Landkreis aus und schafften Sandsäcke an mehrere vom Hochwasser betroffene Orte wie beispielsweise Wasserburg und Opferstetten bei Kissendorf. Die Sperrung der Krumbacher Südstraße konnte am Dienstagmorgen aufgehoben werden. Aufgehoben wurden nach Auskunft von Kommandant Hiller zahlreiche Staßensperrungen, bis zuletzt gesperrt war aber noch die Straße Niederraunau-Mindelzell.

In Breitenthal und Nattenhausen habe sich die Situation zunehmend entspannt, war von Bürgermeisterin Gabriele Wohlhöfler zu erfahren. Es mussten aber zahlreiche Keller ausgepumpt werden. Mithilfe von Vakuumfässern sei das Wasser von der Staatsstraße weggebracht worden, erzählt die Bürgermeisterin.

Entspannung zeichnete sich auch in Deisenhausen ab. „Gottseidank gab es keinen Dammbruch“, sagte Bürgermeister Norbert Weiß. Jetzt ist Aufräumen angesagt. Unter anderem müssten auch Feldwegschäden ausgebessert werden. Die Situation führe klar vor Augen, dass ein Hochwasserschutz nötig sei.

In der Kreisstadt Günzburg war die Lage wegen des Hochwassers zuletzt immer noch weiter angespannt. In der Günzburger Unterstadt wurden indes Sandsäcke aufgeschichtet, um Überschwemmungen zu vermeiden. Mehrere Straßen mussten vorübergehend gesperrt werden. Die reißende Günz hatte am Dienstag in Kötz auch das Gelände der Firma Alko geflutet. Gegen 6 Uhr schickte die Firmenleitung etwa 200 Mitarbeiter nach Hause. Es dauerte bis zum Dienstagmittag, bis die Systeme wieder liefen.

Fazit am Dienstagabend: Insgesamt eine Entspannung der Lage. Aber das Auf und Ab der „nervösen“ Günz hat gezeigt, wie rasch sich die Lage ändern kann.

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