Der Brand in der Lagerhalle in Balzhausen ist in der Nähe des Wohnwagens ausgebrochen, in dem die Leiche eines Ziegeleimitarbeiters gefunden wurde. Die Brandursache bleibt unklar. Von Maximilian Czysz



Mittlerweile steht fest, dass der Brand, der am Sonntagmorgen in einer Lagerhalle in Balzhausen ausgebrochen ist, in der Nähe des Wohnwagensausgebrochen war. In dem Wohnwagen war eine verkohlte Leiche gefunden worden. Die Identität des Mannes wurde geklärt: Es handelt sich wie vermutet um den 32 Jahre alten Mitarbeiter, der in einem Wohnwagen geschlafen hatte. Die bis zur Unkenntlichkeit verbrannte Leiche wurde am Montag in der Rechtsmedizin in München obduziert.
Die Untersuchung des verkohlten Leichnams hat zudem ergeben, dass der Firmenangehörige durch das Feuer ums Leben gekommen ist. Hinweise auf eine Gewalteinwirkung Dritter liegen laut Polizeipräsidium Kempten nicht vor. Angaben zur Brandursache seien derzeit weiter nicht möglich. Am Dienstag sah sich ein Brandsachverständiger des LKA in der Halle in Balzhausen um. Nach Auskunft des Präsidiums stammt der 32-Jährige aus dem Unterallgäu. Das Ziegelwerk sei sein offiziell gemeldeter Wohnsitz gewesen. Die Identifikation der Leiche sei schließlich anhand des „Zahnstatus“ erfolgt.
Wegen des Unglücksfalls war am Sonntag der Faschingsumzug abgesagt worden. „Es wird definitiv keinen Nachholtermin geben“, sagte die Vorsitzende des KC Ballustika, Steffi Schütz. Die veranstaltenden Faschingsfreunde hatten am Sonntag alle Hände voll zu tun: Zum einen musste die Party in der angrenzenden Halle der Ziegelei abgebaut werden. Zum anderen halfen die KC-Mitglieder den Feuerwehrmitgliedern, Besucher auf den abgesagten Faschingsumzug hinzuweisen.
„Der KC hat sehr gut reagiert“, sagte Balzhausens Bürgermeister Gerhard Glogger. „Sie haben es hervorragend gelöst“, lobte am Montag auch Josef Simnacher von den Faschingsfreunden aus Burg – sie hätten mit ihrem U-Boot-Wagen in Balzhausen ein Heimspiel gehabt. Jetzt steuern sie am Wochenende den Umzug in Illertissen an.
Auch die Helfer der Feuerwehr zogen eine erste Bilanz. Rund 180 Feuerwehr-Mitglieder plus Rettungsdienst und THW waren am Sonntagvormittag im Einsatz. Anfangs sei niemandem bewusst gewesen, dass sich in der Halle eine Person befinden könnte, sagte Balzhausens Kommandant Peter Rehm. Dann berichtete ein Mitarbeiter der Ziegelei von dem dort abgestellten Wohnwagen.
Seit wann er in der Lagerhalle stand und bewohnt wurde, ist nicht bekannt. Ziegelei-Besitzer Otto Staudacher war am Montag telefonisch nicht zu erreichen. Bürgermeister Gerhard Glogger berichtete, dass der Ziegeleiwerksbesitzer schon öfters Menschen „so wieder auf die Füße geholfen“ habe. „Sein soziales Engagement muss man ihm hoch anrechnen“, sagte er. Staudacher habe versucht, sie wieder in die Spur zu bringen. Während Montagmorgen die Helfer der Feuerwehr Balzhausen ihre Brandwache beendeten und dann mit den Aufräumarbeiten begannen, wurde der Tote in der Rechtsmedizin in München obduziert. Dabei wurde unter anderem auch die DNA der Leiche mit genetischen Spuren auf Gegenständen, die in dem Wohnwagen gefunden worden waren, verglichen. Die genetischen Fingerabdrücke könnten die Hitze bei einem Brand überstehen, war vom Polizeipräsidium Schwaben Süd/West zu erfahren.
Die Polizei schließt eine vorsätzliche Brandstiftung durch Dritte oder einen technischen Defekt an der Hallentechnik aus. Zur endgültigen Abklärung, ob der Brand durch eine fahrlässige Brandstiftung oder einen technischen Defekt des Inventars des Wohnanhängers ausgelöst worden ist, wurden Beweismittel für weiter Untersuchungen sichergestellt.



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