Montag, 11. Dezember 2017

12. Oktober 2017 13:13 Uhr

Krumbach

Kehrt der Heilige Nepomuk wieder an seinen alten Platz zurück?

Rund hundert Jahre zierte die Holzfigur die Ostfassade des ÜWK-Gebäudes in Krumbach. Jetzt ist eine Debatte zwischen Heimatverein und ÜWK entbrannt, wo sie künftig stehen soll.

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Jahrzehntelang wachte der Heilige Johannes Nepomuk von einem kleinen Erker an der nach Osten gewandten Giebelseite des ÜWK-Gebäudes in Krumbach über die kleine Brücke über das Krumbächle. In den 1990er Jahren wurde die Holzfigur, die vermutlich aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts stammt, aufwendig restauriert, weil sie völlig verwittert war. Rund 30000 Mark ließ sich das Überlandwerk Krumbach, die Sanierung der Heiligenfigur kosten, erklärt Martin Glink, Geschäftsführer des ÜWK. Anschließend wanderte der Heilige in den Innenraum, wo er einen würdigen Platz im ÜWK-Gebäude erhielt. Im Zuge der Neugestaltung und Renovierung des Verwaltungsgebäudes im Jahr 2012 musste die Holzfigur abermals weichen und landete schließlich in einer Abstellkammer. Der Erker an der Giebelseite des Hauses blieb indes rund zwei Jahrzehnte leer.

Martin Glink wollte eigenen Angaben zufolge die durchaus wertvolle Holzfigur im Zuge erneuter Renovierungsarbeiten in diesem Jahr aus dem stillen Kämmerchen holen und „der Öffentlichkeit wieder zugänglich machen“. Ihm schwebt dabei vor, die Heiligenfigur als eine Dauerleihgabe an eine öffentliche Institution zu übergeben und so langfristig einen guten Platz für die Statue zu finden. Daher fragte er unter anderem auch beim Krumbacher Heimatverein an, ob Interesse bestehe, den Brückenheiligen im Heimatmuseum auszustellen.

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Damit brachte Glink offenbar etwas ins Rollen. Denn der Heimatverein und dessen Vorsitzender Willi Fischer denken gar nicht daran, die Figur ins Museum zu verfrachten. Ihrer Meinung nach ist es höchste Zeit, den Johannes Nepomuk wieder an dem Platz zu installieren, wo er rund hundert Jahre lang das Geschehen auf der Bahnhofstraße überblickte.

Fischer: „Kultur kostet was“

Ursprünglich war die Heiligenstatue aber nicht als Fassadengestaltung vorgesehen. Nachdem die Figur wohl kurz nach der Heiligsprechung Johannes Nepomuks durch Papst Benedikt XIII. im Jahr 1729 entstanden ist, schmückte sie zunächst in der Pfarrkirche St. Michael einen von zwei Seitenaltären. Im Zuge der Umgestaltung des Innenraums der Kirche in den Jahren zwischen 1852 und 1853 musste sie einem Gemälde des Unterbleichener Malers Johann Baptist Dollenbacher weichen. Diese Gemälde wurden jedoch bei der nächsten großen Renovierung der Kirche Ende des 19. Jahrhunderts als wertlos eingestuft und verkauft. Sie sollten wieder durch die alten Holzfiguren ersetzt werden. Allerdings war nur noch die Statue des heiligen Nepomuks auffindbar. Da eine Neubeschaffung weiterer Figuren wohl am Geld scheiterte, verzichteten die Verantwortlichen damals auf dieses Vorhaben. Der an der Renovierung beteiligte Krumbacher Bildhauer Josef Hilber kaufte die Figur schließlich und brachte sie an seinem Elternhaus, dem heutigen ÜWK-Gebäude, an der Giebelseite im zweiten Stock an.

Das Geld könnte auch jetzt wieder der Knackpunkt sein, vermutet Willi Fischer. Ihm sei schon klar, dass eine Holzfigur, die der Witterung ausgesetzt sei, mit der Zeit faule. Selbst Steinfiguren müssten irgendwann saniert werden. „Kultur kostet was“, betont Fischer. Glinks Verweis auf die Vergänglichkeit der Figur hält Fischer für nicht stichhaltig. „Mit dieser Argumentation dürften wir ja gar nichts mehr richten.“

Die LEW habe in seinen Augen einen öffentlichen Auftrag, dazu gehöre auch, Kunst am Bau zu erhalten. Nach einem Telefonat am Mittwoch sind sich beide Parteien offenbar näher gekommen. Fischer berichtet, Glink habe ihn gebeten, Vorschläge zu unterbreiten, wie eine Holzfigur im Erker durch Glaseinhausungen besser vor den Einflüssen der Witterung geschützt werden könne. Für Fischer eine Steilvorlage: „Der Heimatverein ist guter Hoffnung, das mit der Glaseinhausung der Figur eine gute und gängige Lösung gefunden wird“, sagt Fischer.

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Krumbach | Willi Fischer

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Ein Artikel von
Stefan Reinbold

Mittelschwäbische Nachrichten
Ressort: Lokalnachrichten

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