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22. April 2010 08:40 Uhr

Konzept soll möglichst viele Arbeitsplätze retten

Krumbach/Ellzee Die Nachricht, dass der ehemalige Aksys-Mehrheitseigentümer Michael Faist in der vergangenen Woche mit einem Finanzpartner die Entdröhnungssparte mit den Standorten Worms, Frankfurt und den Niederlassungen in USA, Spanien und Polen übernommen hatte, sorgte für große Verunsicherung. Was passiert mit den Werken in der Region. Die Werke in Krumbach und Ellzee könnten noch im April übernommen werden, sind die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie (IG BCE) Augsburg und Betriebsräte zuversichtlich. Derzeit werde an einem Konzept gearbeitet, damit der neue Investor möglichst viele Arbeitsplätze übernimmt. Das wurde jüngst auch bei einer Betriebsversammlung deutlich. Von Maximilian Czysz

Konzept soll möglichst viele Arbeitsplätze retten
Foto: ALFA

Mehr als 250 der derzeit 305 Arbeitsplätze der Werke Krumbach und Ellzee sollen an einen neuen Eigentümer übergehen. Besonderes Augenmerk wurde darauf gelegt, die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten zu sichern, so die Gewerkschaft in einer Pressemitteilung. Derzeit verhandle man mit einem potenziellen Übernehmer über einen Sanierungstarifvertrag, der die zukünftigen Arbeitsbedingungen an den Standorten Krumbach und Ellzee festlegt. Vonseiten des Betriebsrates wurde mit dem Insolvenzverwalter in der vergangenen Woche ein Interessenausgleich und Sozialplan ausgehandelt. Er soll Härten für Mitarbeiter, die ihren Arbeitsplatz verlieren, abfedern. Roland Harasch, Betriebsratsvorsitzender des Werkes Krumbach und Ellzee, ist tief betroffen, dass aller Wahrscheinlichkeit nach 52 Arbeitnehmer der beiden Werke nicht übernommen werden können.

Transfergesellschaft

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"Für unsere Kollegen, die jetzt den Arbeitsplatz verlieren, müssen wir jetzt alles tun, um ihnen eine Chance und eine Brücke in den Arbeitsmarkt zu bauen", sagt Torsten Falke von der IG BCE. Ziel sei es, mit den sehr begrenzten finanziellen Mitteln, die bei einer Insolvenz zur Verfügung stehen, sinnvolle Möglichkeiten zu finanzieren. Daher sei geplant, eine Transfergesellschaft zu gründen, mit der die Betroffenen besser in den Arbeitsmarkt vermittelt werden können.

Große Herausforderung

Eine zweite Herausforderung stellen für den Insolvenzverwalter Tobias Hoefer und die Arbeitnehmervertreter die auf alle Standorte in Deutschland verteilten Mitarbeiter der zentralen Verwaltung dar. Sie hatten bei Aksys übergeordnete Aufgaben und wurden organisatorisch nicht den Betriebsstätten zugeordnet. Durch die Entflechtung der Aksys-Gruppe werden zukünftig viele Verwaltungsfunktionen überflüssig. Wie viele dieser rund 220 Mitarbeiter in Nachfolge-Firmen tätig werden, sei derzeit noch unklar, so die Gewerkschaft. Ziel ist es laut Gewerkschaft und Betriebsrat, möglichst viele Arbeitnehmer auf Übernehmerfirmen zu übertragen (siehe auch Interview unten). Zwischenzeitlich sollen diese Mitarbeiter vom Insolvenzverwalter bei Aksys weiter beschäftigt werden. An den Standorten Krumbach und Ellzee betrifft dies zurzeit 82 Arbeitnehmer. Alle sollen ebenfalls das Angebot erhalten, in eine Transfergesellschaft zu wechseln.

Was ist mit Ziemetshausen?

Mit Hochdruck wird derzeit auch an einer Lösung für den Kunststoffbereich gearbeitet. Aksys fertigt in den Werken in Ziemetshausen, Peine, Köngen, Brasilien und Mexico Autozulieferteile. Der Insolvenzverwalter führe mit mehreren Investoren Gespräche, heißt es in der Pressemitteilung der IG BCE. Ziel sei es, noch im April zu einer Lösung zu kommen. Ein anderer Insolvenzverwalter leitet das Geschäft des Werks in Thannhausen (AdMould).

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