Donnerstag, 18. Dezember 2014

11. Juni 2013 10:52 Uhr

Hochwasser im Landkreis

Lage etwas entspannt, aber es werden immer noch Keller ausgepumpt

Pegel der Kammel und der Mindel sind zurückgegangen. Im Günztal ist es kritisch. In Wiesenbach werden immer noch Keller ausgepumpt. Am Dienstagnachmittag kommt Finanzstaatssekretär Franz Pschierer nach Wiesenbach. Von Maximilian Czysz und Peter Bauer

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Eine Entspannung der Hochwasserlage zeichnet sich derzeit ab. Nach wie vor kritisch ist die Lage aber an der Günz. In  der besonders betroffenen Gemeinde Wiesenbach hat der Damm gehalten, derzeit werden Keller ausgepumpt, wobei es bei zwei Gebäuden Probleme mit Öl gebe, teilte Kreisbrandrat Robert Spiller mit. Am Dienstagnachmittag kommt Finanzsstaatssekretär Franz Pschierer nach Wiesenbach und macht sich ein Bild der Lage. Er wird vom CSU-Landtagsabgeordneten Alfred Sauter begleitet.

In Krumbach konnten am Dienstagmorgen die mobilen Hochwasserschutzwände entlang der Kammel wieder abgebaut werden. Die Südstraße wurde dadurch - auch mit Blick auf den Schüler-und Berufsverkehr - wieder frei befahrbar. Der Pegel der Kammel ist etwas gesunken. Am Messpunkt Niederraunau war die höchste Meldestufe 4 zuletzt deutlich überschritten, nun geht das Wasser wieder deutlich zurück. Hoffnungsvoll stimmt die Prognose des Deutschen Wetterdienstes. Für die Region gibt es keine Warnung mehr.

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Mittlerweise entspannt sich die Lage an der Kammel immer mehr. In der Krumbacher Innenstadt wurden zuletzt auch die Sandsäcke wieder abgebaut. Auf der Internetseite der Stadt Krumbach gibt es Infos zum Wasserstand der Kammel.

Kritisch blieb und bleibt es an der Günz. Dort wurde am Montag, gegen 24 der höchste Punkt erreicht, dann ging der Pegel leicht zurück. Bereits gestern war es im im Deisenhauser Gewerbegebiet zu Überflutungen gekommen. Das Wasser drang in Hallen von Betriebsgebäuden ein. An der Günz ist die Lage auch am Dienstagvormittag angespannt. In Ichenhausen kam es vor Kurzem zu Ausuferungen der Günz, Straßen und Keller standen und stehen unter Wasser.

Weitere aktuelle Infos gibt es in unserem Hochwassernachrichtenticker.

Feuerwehren und Hilfskräfte waren am Montag im Dauereinsatz. Das Hochwasser erwies sich als deutlich schlimmer als die Situation vor einigen Tagen am 31. Mai/1. Juni.

Überschwemmte Straßen, vollgelaufene Keller und viele Menschen, die gegen die Fluten kämpfen: Der unwetterartige Starkregen sorgte am Montag für große Schäden im Landkreis. Besonders dramatisch war die Lage am Montag in Oberwiesenbach, Unterwiesenbach und Waldstetten. In Oberwiesenbach war nach Auskunft des Landratsamtes ein Damm gebrochen.

Vom neuerlichen Hochwasser gibt es bei uns eine große Bildergalerie.

An der Kammel wurde am Montagabend am Messpunkt Niederraunau die höchste Meldestufe 4 weit überschritten. Die Krumbacher Feuerwehr hat daraufhin zwischen der Südstraße und dem Kammelweg wieder den mobilen Hochwasserschutz errichtet, die Südstraße wurde bis zum Dienstagmorgen gesperrt. In Deisenhausen ist die Günz über die Ufer getreten.

Am Montag, gegen 19 Uhr mussten mehrere Familien in Ober- und Unterwiesenbach in Sicherheit gebracht werden. Dies teilte Bürgermeisterin Ilse Thanopoulos mit. Das Wasser sei in verschiedene Wohnungen eingedrungen, zahlreiche Keller seien vollgelaufen. Auch die Wasserwacht rückte mit einem Schlauchboot aus, das allerdings nicht meht zum Einsatz kam.  

In Wiesenbach wurde deutlich, dass bei diesem Hochwasser vor allem auch kleine Gewässer zu mitunter reißenden Strömen wurden. Der sonst harmlose Schwarzbach trat massiv über die Ufer. Es wurden, so Ilse Thanopoulos, Bagger angefordert, um für das Wasser mehr Raum zu schaffen. In Krumbach wurden am frühen Montagnachmittag alle verfügbaren Kräfte zusammengetrommelt. Das Krumbächle drohte vollkommen überzulaufen.

„Es ist eine Katastrophe“, sagte Wolfgang Hiller von der Feuerwehr Krumbach. Teilweise glich der Bereich am Krumbächle einer Seenlandschaft, beispielsweise an der Südstraße. Inzwischen hat sich die Lage am Krumbächle deutlich entspannt.

Zwischen Edelstetten und Langenhaslach musste am Montag die Straße vorübergehend gesperrt werden. Zwischen Neuburg und Krumbach war teilweise nur eine Straßenspur befahrbar. In Langenhaslach mussten Keller ausgepumpt werden. Die Kanalisation konnte die Wassermassen teilweise nicht mehr fassen. Immer wieder gab es Rückstaus, das Wasser musste abgepumpt werden. So beispielsweise in Bereich eines Schlachtbetriebes im Krumbacher Norden.

Lagebesprechung bei der Feuerwehr in Krumbach am Montagnachmittag: Sämtliche Kommandanten aus dem Umkreis standen um die Karte auf dem Tisch, deutlich wurde, wie angespannt die Lage zu diesem zeitpunkt war. Niederraunaus Kommandant Michael Kratky ging die Straßen durch, an denen seine Kollegen im Einsatz sind. Es waren viele. „Von den Äckern kommt viel Dreck und Schlamm, das macht alles zu“, sagte er. Jörg Drechsler, der Leiter des Krumbacher Ordnungsamts, schüttelte den Kopf. Das überlaufende Krumbächle bereitete ihm große Sorgen.

Gegen 14 Uhr war das sonst beschauliche Gewässer nördlich der Stadt über die Ufer getreten. In der Stadt wurde der Holzsteg zwischen Bahnhofstraße und Babenhauser Straße gesperrt. Zu diesem Zeitpunkt war bereits die Talstraße überschwemmt. Die Kammel überschritt im Lauf des am Messpunkt Niederraunau sogar die höchste Meldestufe 4. Glücklicherweise ist der Pegel in der Nacht zum Dienstag wieder gesunken.

Einmal mehr macht sich in Krumbach der in den vergangenen Jahren umfassend modernisierte Hochwasserschutz bezahlt. Das Günztal glich stellenweise einer Seenlandschaft. Auch die Mindel (Messpunkt Hasberg) war stark angestiegen: Am Nachmittag war die zweite Meldestufe überschritten. „Das ist mehr Wasser als beim Hochwasser vor einer Woche“, sagte Thannhausens Bürgermeister Georg Schwarz. Von den Wassermengen – laut Deutschem Wetterdienst mehrere Dutzend Liter pro Quadratmeter – waren vor allem die Hasel im Mindeltal und der Haselbach betroffen. 

In Thannhausen stand am Montag die Kleingartenanlage teilweise unter Wasser – schuld war die Hasel, die sich bereits bei Balzhausen viel Wasser führte. Die Stadt hatte vorsorglich den Mühlbach abgesenkt, damit er das Wasser der überbordenden Hasel aufnehmen konnte. Im Mindeltal und im Zusamtal sah die Lage am Dienstagvormittag aber entspannt aus.

An mehreren „Brennpunkten“ war die Freiwillige Feuerwehr Nattenhausen nach den sintflutartigen Regenschauern am Montagnachmittag bis spät in den Abend im Einsatz. Mit zwei TS 8-Saugpumpen schafften es die Männer, den Wasserspiegel eines Fischweihers, der knapp vor dem Überlaufen war, zu senken. Somit wurde die Überflutung von Teilen des Unterdorfes verhindert. Die Wassermassen des ansonsten zahmen „Buchgraben“ hatten für die gefährliche Situation gesorgt. Nachdem der Durchlass unter die Kreisstraße Krumbach – Nattenhausen die Menge nicht mehr fassen konnte, suchte sich das Wasser über einen Lagerplatz und eine Krötenunterführung den Weg zum Flurbereich mit mehreren Fischweihern. Zur gleichen Zeit war ein Teil der Wehrmänner beim Kreisstraßen-Kreuzungsbereich am westlichen Ortsrand im Einsatz. Mit drei Vakuumfässern gelang es ihnen, die dortige, von Hasel und Altbach verursachte, Überflutung zu beseitigen und die Kreuzung wieder unbehindert passierbar zu machen.

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