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09. Januar 2008 19:00 Uhr

"Meine religiösen Gefühle sind verletzt"

"Meine religiösen Gefühle sind schwerwiegend verletzt worden", sagt der Vesperbilder Wallfahrtsdirektor Prälat Dr. Wilhelm Imkamp. Die Supermarktkette "Penny" bietet seit Montag deutschlandweit in ihren Geschäften Faschingskostüme in Form von Mönchs- und Nonnengewändern zum Verkauf an.

"Meine religiösen Gefühle sind verletzt"
Foto: ALFA

Auffällig sei, so Prälat Imkamp, dass zunehmend nur Ordenstrachten der katholischen Kirche der Lächerlichkeit preisgegeben würden, nicht jedoch anderer kirchlicher Gemeinschaften. Imkamp sieht in den Kostümen eine "Verächtlichmachung des katholischen Glaubens". Gerade Mönche, die nach dem Verständnis des Heiligen Franziskus (dessen Ordenstracht stelle das Faschingskostüm dar) lebten und in der Entwicklungs- und Sozialhilfe Großes leisteten, was in gleicher Weise auch für die Nonnen gelte, würden durch diese Faschingskostüme der Lächerlichkeit preisgegeben. Hier gebe es eine Spirale der Gewöhnung, die nach unten zeige, so Imkamp.

"Vor 300 Jahren, da hätte mich das noch nicht gestört. Da hat die Religion noch das Leben beherrscht, da waren wir noch eine Mehrheit. Heute sind wir eine verfolgte Minderheit, die sich wehren muss", meint der Prälat. Dabei, so erklärt er weiter, habe der Fasching oder Karneval seinen Ursprung im Katholizismus. Vor der Fastenzeit solle der Freude nochmals so richtig Ausdruck gegeben werden. Auf etwas zu verzichten, hänge von der Qualität dessen ab, worauf man verzichte. Und dazu müsse man dies zuerst auch kennenlernen. "Wir bejahen Fasching und Karneval, aber durch diese Kostüme werden religiöse Gefühle verletzt", so Imkamp. Sehr gestört hat sich der Prälat an einem Werbeprospekt von "Penny", in dem unter anderem Nonnen- und Mönchsgewänder als Faschingskostüme angeboten wurden. Deshalb hat sich der Prälat an die Firma "Penny" gewandt und seinen Unmut darüber geäußert.

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Dietrich Kirschner, Bezirksleiter von "Penny" und unter anderem zuständig für die Filialen in Krumbach und Thannhausen, sagt, er habe "großes Verständnis" für Imkamps Beschwerde. Man habe in keinster Weise die katholische Kirche beleidigen wollen. Er räumte ein, dass hier beim Einkauf etwas gedankenlos gehandelt worden sei. "Wir werden im nächsten Jahr solche Kostüme nicht mehr einkaufen", fügt der Bezirksleiter hinzu. Aufgrund der Beschwerde aus Vesperbild habe er den Verkauf in Krumbach und Thannhausen gestoppt. Gleichzeitig sollen auch die noch vorhandenen Prospekte in unserer Region eingezogen werden. Der Verkauf war am Montag angelaufen. Die Prospekte seien bereits vor rund zwei Wochen ausgegeben worden.

"Ich bin mehr als zufrieden mit dieser Reaktion", äußerte sich Prälat Imkamp erfreut auf diese Nachricht. In der Vergangenheit habe er schon einmal den Verkauf eines Faschingskostüms und auch eines Halloweenkostüms mit einem Kreuz durch seine Beschwerde gestoppt.

Ein Auftritt im Mönchsgewand: Viele denken da möglicherweise auch an den Starkbieranstich in München mit Bruder Barnabas. Imkamp sagt aber dazu, dass dies im "kulturellen Kontext positiv" zu sehen sei. "Schließlich haben die Mönche auch das Bier erfunden."

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