Samstag, 20. Januar 2018

12. Januar 2018 05:30 Uhr

Krumbach

So viele Geburten wie seit Langem nicht in Krumbach

Im Jahr 2017 kamen 411 Kinder in Krumbach zur Welt. Was diese Zahl für die Klinik bedeutet und wie die weitere Perspektive aussieht.

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Man könnte es vielleicht auch eine Art „Tarzangeburt“ nennen. Von der Decke hängt ein gewickeltes Tuch. „Fast wie eine Liane“, sagt Maureen Dalton, seit 28 Jahren Hebamme in der Krumbacher Kreisklinik. Der Blick auf die „Liane“ zeigt, in welch vielfältigen Formen heute Kinder das Licht der Welt erblicken. Bei der „Tarzangeburt“ ist die „Liane“, an die sich Mütter klammern können, ein wichtiges Hilfsmittel, einige nutzen auch die Möglichkeit der Wassergeburt. Natürlich gibt es auch noch die klassische Rückengeburt, aber der Variantenreichtum für einen der wohl bewegendsten Momente des Lebens ist geradezu erstaunlich. All das können Mütter auch in der kleinen Klinik Krumbach nützen und viele schätzen die besondere familiäre Atmosphäre in Krumbach. Das macht sich ganz offensichtlich auch in der Statistik bemerkbar. 411 Geburten waren es im Jahr 2017 in der Krumbacher Kreisklinik – so viel wie seit vielen Jahren nicht mehr, wie Dr. Volker Rehbein, Vorstand der Kreiskliniken, und Hermann Keller, Direktor Klinikmanagement in Krumbach, im Gespräch mit unserer Zeitung erklären.

In den sogenannten Babyboom-Jahren waren es phasenweise rund 600 Geburten. Aber solche Zahlen gibt es schon seit Langem nicht mehr. In den letzten drei Jahren sah die Statistik in Krumbach so aus: 2015 waren es 331 Geburten, 2016 357 Geburten. Dies zeigt, wie beachtlich der Anstieg im Jahr 2017 (411) ist. Die Verantwortlichen der Klinik Krumbach halten eine weitere Steigerung für denkbar.

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Ein wesentlicher Grund für den Anstieg in Krumbach ist offensichtlich die Schließung der Geburtshilfe-Station im Illertisser Krankenhaus im Jahr 2016. Für nicht wenige Mütter aus diesem Raum ist die Krumbacher Klinik seitdem erste Wahl. In der Klinik Krumbach sind die beiden Ärzte Dr. Robert Landthaler und Dr. Georg Vitsek, die auch eine Gemeinschaftspraxis für Gynäkologie und Geburtshilfe betreiben, in Sachen Geburtshilfe Ansprechpartner.

Insgesamt sind im Bereich Geburtshilfe nach Auskunft von Dr. Volker Rehbein rund 20 Mitarbeiter (davon sechs Hebammen) tätig. Es sei die gute Mischung aus erfahrenen und jungen Mitarbeitern, die zur guten Atmosphäre im Team beitrage. Diese Atmosphäre überzeugt offensichtlich immer mehr Mütter aus der Region.

Dieses „Überzeugen“ spielt heute bei der Auswahl des Geburtsortes eine zentrale Rolle. Mütter erkundigen sich, wie die beiden Ärzte und Hebamme Maureen Dalton berichten, gezielt über die Möglichkeiten in der jeweiligen Klinik. Im ländlichen Raum spielt dann auch noch die viel zitierte „Mundpropaganda“ eine nicht unwesentliche Rolle. Die Krumbacher Geburtshilfe wurde in den vergangenen Jahren fortlaufend modernisiert. In den nächsten zwei Wochen soll es für die Station ein neues Kreißsaalbett geben.

Eine 24-Stunden-Bereitschaft

Rehbein sagt aber auch, dass die Suche nach ärztlichem Nachwuchs im Geburtshilfebereich nicht einfacher geworden sei. Der 57-jährige Dr. Robert Landthaler ist seit 1993 für die Krumbacher Klinik im Bereich Geburtshilfe tätig, sein Kollege Dr. Robert Vitsek (56) seit 2009. Geburtshilfe: Das ist auch eine 24-Stunden-Bereitschaft, erklären die beiden – denn eine Geburt ist ja bekanntlich nur begrenzt planbar. Das macht diesen Bereich aus dem Blickwinkel so mancher Nachwuchsmediziner offenbar nicht gerade attraktiv.

Vorstand Volker Rehbein ist sich aber sicher, dass es auch in Zukunft an den Kliniken sowohl in Günzburg als auch in Krumbach Geburtshilfe geben wird. Dies sei der erklärte politische Wille. Es sei kein Thema, die Geburtshilfe der beiden Kreiskliniken in Günzburg und Krumbach in der Kreisstadt zu zentralisieren. „Wir wollen in beiden Standorten weiter Geburtshilfe anbieten.“ Bei der Gewinnung des dafür notwendigen Ärztepersonals müsse man aber künftig eventuell neue Wege mit neuen Modellen gehen. Ein Vorteil könne es in diesem Zusammenhang sein, dass es in der Kreisklinik Günzburg seit einem Jahr eine Geburtshilfe-Hauptabteilung gebe, in der auch Fachärzte ausgebildet werden.

Dr. Volker Rehbein ist seit zehn Jahren Vorstand der Kreiskliniken in Günzburg und Krumbach. Lediglich in drei Jahren gab es, so Rehbein, bei der Jahresbilanz der Klinik Krumbach rote Zahlen. Im Jahr 2016 lag das Defizit bei 1,4 Millionen Euro. Die Zahlen für 2017 würden, so Rehbein, noch nicht vorliegen. Einen Zuwachs von 2,5 Prozent gab es im Jahr 2017 laut Klinikmanager Hermann Keller bei der Anzahl der stationär behandelten Patienten, die Zahl lag über 9000. Nicht zuletzt diese Zahl zeigt die Bedeutung der Klinik Krumbach für die Region. „Man braucht uns“, bringt es Dr. Robert Vitsek auf den Punkt.

In der Krumbacher Klinik sind derzeit 184 Betten aufgestellt. Mit rund 410 Mitarbeitern (in diese Zahl sind auch Mitarbeiter in Teilzeit eingerechnet) ist die Klinik einer der wichtigsten Arbeitgeber im Landkreis Günzburg.

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Ein Artikel von
Peter Bauer

Mittelschwäbische Nachrichten
Ressort: Lokalnachrichten Krumbach

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