ÜWK präsentiert ein „Energie-Effizienzhaus“ am Krumbacher Lettenberg. Diskussion mit Dr. Georg Nüßlein im Krumbad

Krumbach In der Stadt gibt es eine bayernweit einmalige technische Einrichtung. Es handelt sich um ein mit Photovoltaik und Luft/Wasser-Wärmepumpe ausgestattetes Einfamilienhaus, das die Krumbacher Hautärztin Dr. Ildiko Sugar vor kurzer Zeit am Lettenberg bezogen hat. 90 Prozent der Wärme und des im Haushalt benötigten Stroms kommt aus der Eigenerzeugung und so stellt der Neubau ein richtiges „Energie-Effizienzhaus“ dar. Herzstück der Anlage ist ein Batteriespeicher mit 20,5 kWh Kapazität, der später einmal auch den Energiebedarf eines Elektroautos decken soll.
Jetzt hatte die Hausbesitzerin, die in ihrem neuen Heim einen aktiven Beitrag zur Klimaverbesserung leisten will, erstmals „hohen“ Besuch. Der Bundesverband Wärmepumpen e.V. (bwp) mit Sitz in Berlin zeigte zwei Dutzend Fachleuten und Fachjournalisten im Rahmen einer Besichtigungsfahrt modernste Konzepte zum Heizen, Kühlen und Energie speichern. Auf dem Programm stand auch der Besuch in Krumbach.
„Die Speicherung von Strom ist einer der Schlüssel“
Mitorganisator war der ÜWK-Geschäftsführer Arno Pöhlmann, der als fundierter Kenner innovativer Energietechnik sich schon seit Langem mit der neuen Technologie zur besseren Speicherung von Strom beschäftigt. Für ihn steht fest: „Die Speicherung von Strom ist einer der Schlüssel für das Gelingen der Energiewende.“
Er machte den Fachleuten deutlich, dem ÜWK als Tochterunternehmen der Lechwerke sei es durch das Entgegenkommen von Dr. Sugar möglich, den Einsatz leistungsstarker Batterien in einem Privathaushalt zu testen, in denen der über die Photovoltaikanlage auf dem Dach bei Sonnenschein erzeugte Strom gespeichert werde. Die Akkus versorgen dann am Nachmittag und in den Abendstunden die Haushaltsgeräte, ohne das Netz zu belasten. Eine Lüftungsanlage mit Wärmetauschern und Wärmerückgewinnung sorge zusätzlich für frische Luft und ein wohltuendes Raumklima.
Bei Bedarf schalte sich die im Freien stehende Luft/Wasser-Wärmepumpe zu, die dann die Heizung des Gebäudes übernehme und das im Haushalt benötigte Warmwasser bereitstelle. Pöhlmann ist sich sicher: „In der Summe ist das erheblich mehr, als für Hausgeräte, Lüftungsanlage und Wärmepumpe an Strom verbraucht wird.“
Was den 2000 Liter fassenden Pufferspeicher betrifft, so ist dieser mit der Wärmepumpe gekoppelt und gewährleistet die Aufnahme und Abgabe der von ihr erzeugten Energie in Form der tatsächlich gebrauchten Wärme.
Im Klartext: Tagsüber kann die Wärmepumpenanlage auch an kalten, aber sonnigen Wintertagen erzeugte Wärme im Pufferspeicher zwischenlagern. In den dann folgenden noch kälteren Winternächten wird die Wärmeenergie dem Speicher entnommen und somit das Gebäude äußerst effizient beheizt.
Pöhlmann: „Solche Wärmespeicher werden bei der Energieversorgung der Zukunft eine immer wichtigere Rolle spielen.“ Ein zweiter positiver Aspekt: „Sie können helfen, die schwankende Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien auszugleichen.“
Die Fachleute aus dem ganzen Bundesgebiet zeigten sich interessiert an der neuen Anlage, die nunmehr drei Jahre von der Hausbesitzerin in enger Zusammenarbeit mit dem ÜWK getestet wird.
Gelingen der Wende „dringend notwendig“
Details über dieses erste bayerische Plus-Energiehaus wurden dann noch im Heilbad Krumbad diskutiert, wobei der heimische Bundestagsabgeordnete Dr. Georg Nüßlein als der wirtschafts- und energiepolitische Sprecher der CSU-Landesgruppe im Bundestag die weitere Forschung auf diesem Gebiet wie auch das Gelingen der Energiewende als dringend notwendig erachtete.
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