Dass es so hart kommen würde, damit hatte keiner gerechnet: Totales Rauchverbot in der Gastronomie. Nichtraucherschutz sogar für Bierzelte. Und das ganze ab 1. Januar 2008.

Krumbach (it) - Dass es so hart kommen würde, damit hatte keiner gerechnet: Totales Rauchverbot in der Gastronomie. Nichtraucherschutz sogar für Bierzelte einschließlich das Oktoberfest. Und das ganze ab 1.Januar 2008: Die CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag hat mit diesen Beschlüssen auch für Wirbel in der heimischen Gastronomie gesorgt.
"Das ist geschäftsschädigend." So sagt es einer, der in Krumbach nicht nur eine Gaststätte und ein Hotel betreibt, sondern auch mit Bierzelten durch die Lande zieht: Martin Falk. Für ihn noch nachvollziehbar ist ein Rauchverbot in Speisegaststätten. Das befürwortet er durchaus, sei die Luft in einem solchen Raum nun einmal viel besser. Gleiches habe er in den Fremdenzimmern. Unterteilt werde zwischen Raucher und Nichtraucher.
Wer kontrolliert das?
Doch was das Rauchen in Bierzelten anbelangt, da hat Falk eine andere Meinung: "Das ist geschäftsschädigend." Für ihn stelle sich zwar nicht die Frage, ob er nun mit seinem Bierzeltbetrieb ganz aufhöre, wenn er die Raucher verbannen müsse: "Man kann doch die Bierzelte nicht einfach verbrennen." Vielmehr sei die Frage, wer ein solches Rauchverbot unter den Zeltplanen kontrolliert: "In der Gaststätte habe ich das noch unter Kontrolle, doch in einem Bierzelt mit 1800 Leuten, wer schaut nach, ob nicht irgendwo jemand heimlich unter dem Tisch eine Zigarette anzündet?" Noch problematischer werde es jedoch, wenn von 1800 Festzeltbesuchern ständig 500 vor dem Zelt stehen, weil sie eine Zigarette rauchen wollen: "In Krumbach haben wir während der Festwoche ohnehin schon Probleme mit den Nachbarn. Wenn nun mehrere hundert Menschen zusätzlich im Freien stehen, dann vergrößern sich diese Probleme noch." Hinzu kämen dann die, die auf Toiletten gehen.
Falk: "Das Rauchverbot in Bierzelten verstehe ich überhaupt nicht. Schon allein, weil man es nicht kontrollieren kann - außer man müsste eine Vielzahl von Security-Leuten einsetzen."
Totales Rauchverbot in der Gastronomie: Beim Gasthof Munding in Krumbach ist man über eine solch klare gesetzliche Regelung nicht unfroh: "Eine Anordnung per Gesetz muss man durchsetzen. Jede andere Lösung stempelt nur den Wirt wieder zum Bösen." Ein anderes Thema seien die Stammgäste: "Wie die darauf reagieren, wissen wir nicht."
Das Durchsetzen des absoluten Rauchverbotes ist auch für das Hotel "Sonnenhof" in Thannhausen die "andere Geschichte". Generell sei es jedoch zu begrüßen, dass es ein totales Rauchverbot geben soll. "Entweder alle oder keiner. Ausnahmen wären nicht gut."
So sieht man es auch im Gasthof "Adler" in Ziemetshausen: "Wenn es ein klares Gesetz ohne Lücken gibt, dann gibt es auch keine Probleme."
"Dann rauchen wir heimlich..."
Und was sagen die Gäste? An den Stammtischen ist das Thema Rauchverbot gestern jedenfalls Thema Nummer Eins gewesen. Ihre Meinung reicht von eindeutiger Ablehnung bis zu klarer Befürwortung.
Und die Raucher unter den Gästen: "Wir rauchen, solange wir noch rauchen dürfen. Und danach rauchen wir halt heimlich...", meinte gestern einer schmunzelnd und fügte hinzu: "Im Ausland gibt es schon klare Regelungen. Da klappt es doch auch."
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