Kein Amselsterben wie in anderen Regionen Deutschlands. Auf dem Vormarsch ist aber das Schmallenberg-Virus

Landkreis Auch in diesem Jahr rechnen Experten mit einem weiteren Fortschreiten der Usutu-Vireninfektion. Übertragen werden die Viren von kleinen Stechmücken. Das Virus führte 2011, hauptsächlich im Rheintal, in Rheinland-Pfalz und in Baden-Württemberg zu einem Amselsterben und kann auch auf Menschen übertragen werden. Bei älteren oder immungeschwächten Personen kann dabei durchaus ein schwerer Verlauf bis hin zur Gehirnentzündung möglich sein.
„Bisher noch kein Vorfall gemeldet“
Dr. Franz Schmid vom Staatlichen Veterinäramt Günzburg sieht die Lage für unsere Region allerdings entspannt. „Bisher wurde uns noch kein Vorfall gemeldet. Es wurden auch noch keine toten Vögel zur Untersuchung abgegeben.“ Vielmehr besorgt ist der Veterinär wegen einer anderen virologischen Erkrankung, die einen ähnlichen Übertragungsweg hat wie das Usutu-Virus.
Ebenfalls durch Steckmücken übertragen
„Das Schmallenberg-Virus wird ebenfalls durch Stechmücken übertragen, befällt allerdings hauptsächlich Ziegen, Schafe und Rinder.“ Über das Friedrich-Loeffler-Institut weiß Schmid von einem Fall aus dem Unterallgäu, wo ein zugekauftes, trächtiges Rind aus Niedersachsen ein Kalb mit den typischen Missbildungen – spinnenartige Glieder und versteifte Gelenke – zur Welt brachte. „Diese Tiere“, so Dr. Schmid, „sind nicht lebensfähig, kommen tot zur Welt oder sterben kurz nach der Geburt.“
In Bayern waren bisher 17 Schafe, eine Ziege und fünf Rinder betroffen. „Aber durch die nördliche Grenze zu Hessen, wo das Schmallenberg-Virus weitaus häufiger auftritt, steht uns eine Infektionswelle praktisch vor der Haustür“, erklärt Schmid, weist jedoch gleichzeitig darauf hin, dass beim Schmallenberg-Virus, im Gegensatz zum Usutu-Virus bisher noch keine Übertragung auf den Menschen stattgefunden hat.
Bezüglich des Usutu-Virus rät der Leiter des Günzburger Veterinäramtes zu Gelassenheit: „Ein einzelner toter Vogel besagt wahrscheinlich noch gar nichts. Sollte jedoch das derzeit herrschende, allseitige Gezwitscher im Garten plötzlich verstummen und man findet mehrere tote Exemplare, wäre es natürlich hilfreich, sie zu uns zu bringen, damit wir sie zur Untersuchung einschicken können“, sagt Schmid.
Weitere Infos zum Usutu-Virus können Sie in der Montagsausgabe der Mittelschwäbischen Nachrichten nachlesen.
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