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10. Dezember 2009 05:56 Uhr

"Wir Christen dürfen keine Feiglinge sein"

Krumbach Aids, Frauen und das Priesteramt oder auch die Rolle des Atheismus: Augsburgs Bischof Walter Mixa stellte sich beim gestrigen Besuch des Krumbacher Simpert-Kraemer-Gymnasiums den Fragen von Schülern. Von Monika Leopold-Miller

"Wir Christen dürfen keine Feiglinge sein"
Foto: ALFA

Warum haben Sie sich für einen kirchlichen Beruf entschieden?

Mixa: "Eigentlich wollte ich Lehrer werden, doch in ungefähr eurem Alter habe ich begonnen, das Neue Testament zu lesen und dabei erkannt: Jesus ist die Wirklichkeit und Wahrheit. So habe ich entschieden, diesen Weg zu gehen. Meine Eltern waren dagegen, ich war der einzige Sohn und sie hätten gerne Enkelkinder gehabt."

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Worin sehen Sie die größten Herausforderungen unserer Zeit?

Mixa: "Die Menschen fragen heute mehr nach dem Sinn des Lebens. Wir müssen das ernst nehmen. Wir dürfen als Christen keine Feiglinge sein, nicht aus Feigheit oder Unwissenheit schweigen. Ihr sollt euren Religionslehrern durchaus kritische Fragen stellen. Aber: Der Ton macht die Musik."

Laut einem Spiegel-online-Artikel führen Sie die Verbrechen des Nationalsozialismus auf den Atheismus zurück.

Mixa: "Es gibt einen humanen Atheismus und es gibt den brutalen Atheismus, bei dem sich Menschen an die Stelle Gottes setzen. Im 20. Jahrhundert wurden 125 Millionen Menschen getötet. Dafür stehen Namen wie Lenin, Stalin, Hitler und Milosevic. Wir stehen einander alle gleich wichtig und gleich würdig gegenüber, das ist in den Ideologien des brutalen Atheismus nicht der Fall. Dort hat der Stärkere immer Recht. Jedoch hat keiner ein Verfügungsrecht über das Leben des anderen."

Warum dürfen Frauen nach wie vor in der katholischen Kirche nicht Priesterinnen werden?

Mixa: "Bei der Feier des Letzten Abendmahls waren es zwölf Apostel. Diese Männer traten die Nachfolge von Christus an. Es ist die 2000-jährige Glaubenstradition der Kirche. Deshalb gibt es in der katholischen Kirche keine Frauen als Priester. Ich bin mir bewusst, dass das schwer zu vermitteln ist, aber ich traue mich, das einfach so bei Euch zu sagen. Ihr müsst nicht meiner Meinung sein."

Wie soll Ihrer Meinung nach die Aids-Problematik und die Überbevölkerung in Afrika bekämpft werden, ohne die Verwendung von Verhütungsmitteln?

Mixa: "Durch verantwortungsvollen Umgang mit der Sexualität und durch eheliche Treue."

Bei uns im Internet

Zahlreiche Bilder vom Besuch von Bischof Mixa im Krumbacher Gymnasium

www.mittelschwaebische-nachrichten.de/bilder

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