Experten aus der Region blicken nach dem deutschen Ausscheiden zurück
Landkreis Nach der Niederlage gegen Polen sind die deutschen Handballer bei der Europameisterschaft in Belgrad ausgeschieden. Durch das 32:33 verpasste die Truppe von Bundestrainer Martin Heuberger auch den Sprung in ein Qualifikationsturnier für die Olympischen Spiele in London im Sommer. Damit findet ein olympisches Handballturnier erstmals ohne deutsche Beteiligung statt. Das bedauern Handball-Experten aus dem Landkreis.
Dem Nachwuchs fehlt die Spielpraxis
„Größtes Problem bei der deutschen Mannschaft war der Spielaufbau. Die Truppe war häufig zu ungeduldig und hat oft unvorbereitet geworfen und dann verworfen“, zieht Jörg Strauch nach dem Ausscheiden Bilanz. Der Trainer der Handballfrauen des VfL Leipheim führt auch fehlende Cleverness als einen Punkt für die knappen Niederlagen gegen Dänemark und Polen an.
„Die Bundesliga ist die stärkste Liga der Welt, aber viele deutsche Talente sitzen nur auf der Bank und ausländische Akteure spielen. Den jungen Deutschen fehlt daher die Spielpraxis“, sagt Strauch. Für Bernd Maisch, Trainer der zweiten Mannschaft des TSV Niederraunau, war das Ausscheiden keine große Überraschung: „Es ist sehr schade, dass Deutschland nicht bei Olympia dabei ist, aber es hat sich in der letzten Zeit abgezeichnet, dass wir nicht ganz vorne dabei sind.“ Maisch glaubt, dass Leitspieler wie Markus Bauer oder Christian Schwarzer, die beim WM-Sieg 2007 dabei waren, im deutschen Team fehlen.
Das nötige Glück am Ende fehlte
Traurig findet der Trainer des VfL Günzburg, Bernd Dunstheimer, dass die deutsche Mannschaft im Spiel gegen Polen keine Antwort auf die kurze Deckung des rechten Rückraumspielers gefunden hat. „Deutschland hat taktisch nicht klug gespielt. Wenn Deutschland nicht sieben oder acht Tempogegenstöße gelaufen wäre, hätte es schon früh im Spiel schlecht ausgesehen“, so Dunstheimer. Am Schluss der Partie sei dann das nötige Glück nicht mehr da gewesen. „Es tut mir leid für Martin Heuberger. Der Bundestrainer hat sich einiges einfallen lassen. Die Spieler waren, glaube ich, nicht frei genug und mutlos“, blickt der Ichenhauser Trainer Klaus Hornung auf die Partie gegen Polen zurück. Besonders ärgert Hornung, dass Deutschland nicht zu den Olympischen Spielen fährt. „Für den Europameisterschaftstitel fehlten uns zwei oder drei Topspieler, aber die Olympischen Spiele ohne Deutschland. Das ist bitter.“
Jetzt bestellen! Das neue iPad inkl. e-Paper.
Artikel kommentieren
| Artikel bewerten: