Mittwoch, 22. Mai 2013

03. Mai 2012 10:55 Uhr

Doktorarbeit

Annette Schavan will Plagiats-Vorwürfe aufklären

Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) ist wegen ihrer Doktorarbeit auch ins Visier der Plagiats-Jäger von VroniPlag geraten.

Bildungsministerin Annette Schavan (CDU) sieht sich dem anonymen Vorwurf von Plagiaten in ihrer Doktorarbeit ausgesetzt. Sie soll demnach Quellen nicht immer ausreichend benannt haben.
Foto: dpa

Allerdings hat sich diese nach eigenen Angaben gegen eine Veröffentlichung der Plagiatsvorwürfe entschieden. Das sagte VroniPlag-Gründer Martin Heidingsfelder der «Neuen Osnabrücker Zeitung». Einige Stellen in Schavans Arbeit seien aus seiner Sicht ganz klar Plagiate, aber insgesamt handele es sich um keinen zweiten Fall Guttenberg.

Die Vorwürfe gegen Schavan waren durch eine Webseite bekannt geworden. In dem Internet-Blog schavanplag.wordpress.com wird die Ministerin wegen ihrer Zitierweise kritisiert. Die anonymen Autoren  werfen ihr vor, auf 56 von 325 Seiten Quellen teilweise nicht  ausreichend deutlich gemacht zu haben. Schavan hatte nach dem  Studium der Erziehungswissenschaft, der Philosophie und der  Katholischen Theologie in Bonn und Düsseldorf 1980 den Doktortitel  erworben. Ihre Dissertation trägt den Titel «Person und Gewissen -  Studien zu Voraussetzungen, Notwendigkeit und Erfordernissen  heutiger Gewissensbildung».

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Schavan: Habe sehr genau gearbeitet

Schavan wies die Plagiatsvorwürfe zurück. Sie habe ihr Thema  «damals sehr genau bearbeitet» und die Dissertation «nach bestem  Wissen und Gewissen» geschrieben, sagte sie der «Süddeutschen  Zeitung» (Donnerstagsausgabe). Für die Arbeit mit Quellen habe sie  einen Zettelkasten verwendet, den sie noch heute besitze. Man könne  aber nie ausschließen, dass ähnliche Gedanken oder Formulierungen  auch in anderen Werken stünden.

Uni Düsseldorf will Plagiats-Vorwürfe überprüfen

Ein Sprecher der Universität Düsseldorf kündigte an, dass die  Philosophische Fakultät auch auf Bitte der Ministerin die Vorwürfe  überprüfen werde. Die zuständige Promotionskommission werde in der  kommenden Woche die Arbeit aufnehmen, deren Vorsitzender sei  bereits informiert. Schavan ist seit 2005 Bildungsministerin und  zählt zu den engsten Vertrauten von Bundeskanzlerin Angela Merkel  (CDU). Seit dem Wintersemester 2009/2010 lehrt sie zudem als  Honorarprofessorin im Fach Katholische Theologie an der Freien  Universität Berlin.

Die Ministerin ist nur eine von mehreren Politikern, die in jüngerer Vergangenheit in den Verdacht gerieten, bei ihren Doktorarbeiten betrogen zu haben.

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