Das Jüdische Museum in Frankfurt widmet dem Axel Springer eine Ausstellung. Der Verleger engagierte sich für die Aussöhnung mit den Juden und Israel.

Springer (1912-1985) sei die spannendste Figur, sich diesem Thema zu nähern, sagte Raphael Gross, Direktor des Museums und des Fritz Bauer-Instituts, am Mittwoch. Noch heute verpflichte der Verlag seine Redakteure zum «Herbeiführen einer Aussöhnung zwischen Juden und Deutschen; hierzu gehört auch die Unterstützung der Lebensrechte des israelischen Volkes». Gleichzeitig hätten ehemalige Nazis zu Springers engsten Beratern beim Aufbau seines Hauses nach dem Krieg gehört, sagte er.
Unter anderem diese Widersprüchlichkeit wird in Dokumenten, Briefen, mit Original-Zeitungsseiten und Fotos gezeigt. «Bild dir dein Volk! Axel Springer und die Juden» ist der Titel der Ausstellung, die noch bis zum 29. Juli zu sehen ist.
Offen bleibt darin, ob die Scheidung von Springers Frau ein mögliches Motiv für sein späteres Engagement war. 1933 hatte er Martha Else Meyer (1913-2007) geheiratet, die von den Nürnberger Gesetzen als Halbjüdin eingestuft wurde. Die Ehe wurde 1938 geschieden - offizieller Grund war seine Untreue. Aber damals sei es unmöglich gewesen, mit einer Ehefrau jüdischer Herkunft Karriere zu machen, sagte Ausstellungskurator Dmitrij Belkin. Springer sei Martha aber bis zu seinem Tod freundschaftlich verbunden gewesen.
Für die Ausstellung habe der Springer-Verlag sein Archiv zur Verfügung gestellt und das Museum unterstützt, allerdings nicht finanziell, sagte Gross. Das private Archiv des Verlegers sei den Ausstellungsmachern dagegen verschlossen geblieben. dpa
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