Dienstag, 21. November 2017

Landsberg

06. April 2016 17:05 Uhr

Ammersee

140 Jahre alt und kinderfreundlich

Königliche Konzession für die Schifffahrt wurde 1876 erteilt. Finanzminister Markus Söder kam zum Jubiläum nach Stegen. Für Preispolitik gab es eine Auszeichnung Fair Family Siegel.

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Finanzminister Markus Söder (mitte) nahm auf dem Motorschiff Augsburg die Auszeichnung Fair Family 2016 von Alexandra Gaßmann (Landesvorsitzende des Verbandes kinderreicher Familien) entgegen. Zu feiern gab es auch 140 Jahre Schifffahrtskonzession am Ammersee.
Foto: Thorsten Jordan

Als erste Schiff war der Flussdampfer „Omnibus“ ab 1877 mit 20 Personen unterwegs, mittlerweile kreuzen vier Schiffe mit mehreren Hundert Sitzplätzen den Ammersee. Die Bayerische Seenschifffahrt blickt auf eine lange Geschichte zurück und für den bayerischen Finanzminister Markus Söder, gab es – neben der Eröffnung der Saison – zwei Gründe am Mittwoch an den Ammersee zu kommen: Vor 140 Jahren erhielten zwölf Bürger aus Dießen die königliche Konzession für die Schifffahrt auf dem See und der Verband kinderreicher Familien zeichnete das Unternehmen wegen seiner Preispolitik mit dem Fair Family Siegel aus.

Zurück zur Historie: Der Omnibus blieb nicht lange im Verkehr, als Flussdampfer mit wenig Tiefgang sei er windanfällig gewesen, erzählt der Betriebsleiter der Stegener Werft Harald Lugmair dem Landsberger Tagblatt. Mit der „Marie“, dem ersten Raddampfer, konnten schon 250 Plätze vorgewiesen werden und 1907 kam dann der Raddampfer „Andechs“ an den See, der heute als Klubheim der Bayerischen Seglervereinigung für immer vor Utting vor Anker liegt. Das 1908 in Dienst gestellte Schwesternschiff, die „Diessen“, fährt neu gebaut immer noch zwischen Stegen, Herrsching und Dießen hin und her.

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Vor 110 Jahren wurde die Gesellschaft staatlich: 1906 verkaufte der damalige Eigentümer, der Münchner Industrielle von Maffei, die Seenschifffahrt. 110000 Gulden habe man gezahlt, die Seenschifffahrt sei der Königlichen Bayerischen Staatseisenbahn angegliedert worden, erzählt Söder. Und beide ergänzten sich damals, wie der Minister weiter berichtet: Von München nach Herrsching ging es mit der Bahn, dann konnte, wer wollte eine Rundfahrt auf dem See machen.

Mittlerweile sind es Hunderttauschende, die jährlich die Seenschifffahrt nutzen: In den vergangenen fünf Jahren zählte man 6,6 Millionen Passagiere an den vier Seen. Der Ammersee verzeichnete laut Söders Statistik im vergangenen Jahr einen Zuwachs von 5,1 Prozent, 280000 Passagiere waren auf den vier Schiffen unterwegs. Bei einem Gesamtumsatz von fast 63 Millionen Euro habe die Gesellschaft mit ihren 33 Schiffen auf vier Seen einen Gesamtgewinn von rund vier Millionen Euro erwirtschaftet.

So nimmt es nicht Wunder, dass diese staatliche Beteiligung dem Finanzminister Freude bereitete – mehr als Landesbank und Flughafen, wie er bekennt. Söder sieht manche Aufgaben seines Ministeriums als „königlich“ an: „Wir verwalten alles, was die Wittelsbacher gemacht haben, die Schlösser, die Seen ...“. Der Freistaat investiert auch in seine „bayerische Navy“, wie Söder die weißblaue Flotte mit einem Augenzwinkern bezeichnet: In den letzten zehn Jahren sind alleine in den Schiffspark am Ammersee zehn Millionen Euro gesteckt worden. Und es geht weiter: 5,3 Millionen Euro kostet heuer der Umbau des Motorschiffs Utting. Das neue 50 Meter lange und neun Meter breite Schiff soll 500 Fahrgäste beherbergen und mit einem großzügigen Freideck und Spielmöglichkeiten für Kinder ausgestattet sein.

Womit schon das nächste Kapitel des Ministerbesuchs angeschnitten ist: Söder durfte von der Landesvorsitzenden des Verbandes kinderreicher Familien, Alexandra Gaßmann, die Auszeichnung Fair Familiy Siegel entgegennehmen. Der Verband setzt sich für die Interessen von Familien mit vielen Kinder ein und will der Mehr-Kind-Familie auf gesellschaftlicher und politischer Ebene eine Stimme geben. Gaßmann lobte die Preispolitik der Seenschifffahrt, die Kinder unter fünf Jahren kostenlos aufs Schiff lässt, bis 17 Jahren zahlt ein Kind den halben Erwachsenepreis und für jedes Geschwisterkind gibt es einen Aufpreis von nur einem Euro. Kinderfahrräder werden laut Söder kostenlos mitgenommen und es werden zum Schulende Einser im Zeugnis honoriert.

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Ein Artikel von
Stephanie Millonig

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Ressort: Lokalnachrichten Ammersee


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