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30. Juli 2009 05:17 Uhr

Alleine mit der Oboe

Finning Ein wenig Bammel hatte er ja schon, der großartige Christoph Hartmann, zu Beginn des Konzerts, das er allein mit seiner Oboe bestreiten wollte. Das bestätigte er auch selbst nach dem ersten, noch etwas vorsichtig geblasenen Programmpunkt. Viel größer aber ist sein Mut, das solistische Wagnis in Leonhard Seiferts Finninger Konzertmuschel einzugehen, in der bunt schillernden Kleinphilharmonie, deren sagenhafte Akustik nichts verschweigt, wo Mogeln wie in einem überakustischen Kirchenraum nicht möglich ist. Von Romi Löbhard

Das Konzert, "eine Welturaufführung", wie Leonhard Seifert, selbst viele Jahre Solo-Oboist beim Münchner Rundfunksymphonieorchester glaubt, wurde ein genussvoller Nachmittag für die überaus vielen Konzertbesucher, mit Musik wie geschaffen für den idyllischen Waldrand. Einzige Störfeuer waren kreisende Hubschrauber, die aber kaum ablenken konnten.

Ungewohnte Geräusche auf der Oboe

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Christoph Hartmann begann mit einer in B-Dur transkribierten Fantasie von Georg Philipp Telemann, ein wenig zaghaft noch und mit viel Respekt vor sich und den Zuhörern. Das änderte sich schnell; beim zweiten Stück bereits, der Komposition seines Studienkollegen Dirk Michael Kirsch, zeigte Hartmann die gewohnte Sicherheit, spielte mühelos die Sprünge und Tonfolgen und produzierte mit der Oboe auch ungewohnte Geräusche. Die folgende Partita in g-Moll von Johann Sebastian Bach nach dem zeitgenössischen Werk zu spielen, war eine weitere Herausforderung für den Oboisten.

Die anspruchsvolle Komposition verlangt schließlich nach höchster Musikalität, nach glasklaren Einsätzen und schnellen Wechseln der Tonhöhen. Hartmann machte sie zu einem der Höhepunkte des Nachmittags. Auf ganz anderer Ebene lagen die Metamorphosen nach Ovid von Benjamin Britten. Leonhard Seifert las kurze Geschichten über die Gestalten aus der griechischen Mythologie, die Britten in seiner Komposition ausgesprochen romantisch, fast verklärend charakterisiert hat. Hartmann setzte die Musik um, sehr sicher, gefühlvoll auch im zartesten Pianissimo noch.

Mit der Sonatina von Ernst Krenek verbinden Hartmann Erinnerungen an seinen ersten, "nicht sehr erfolgreichen" Auftritt bei Jugend musiziert, wie er schmunzelnd berichtete. "Die muss ich einfach vor Publikum noch einmal spielen." Mit einer Sonate von Heinz Holliger, einem virtuosen, vielfach ausgezeichneten Schweizer Oboisten und Komponisten, setzte Christoph Hartmann einen hinreißenden Schlusspunkt unter das Solokonzert - und beendete damit auch das diesjährige "Festival Classic" bei Leonhard Seifert in Oberfinning.

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