Samstag, 25. Mai 2013

08. Mai 2012 12:03 Uhr

Redaktionsalltag

Alles nur purer Zufall

Viele Episoden ergeben (fast) eine spannende Geschichte

Für ein gewisses Aufsehen sorgte der Polizeihundeführer, der gestern im Vorderanger mit seinem Diensthund trainierte.
Foto: Thorsten Jordan

Der Zufall schreibt oft die besten Geschichten. Gestern früh war er schon ganz eifrig am Werk, sorgte bei Feuerwehr, Justizwachpersonal, Polizei und auch beim Landsberger Tagblatt für kurzzeitigen Anstieg der jeweiligen Adrenalinspiegel.

Was war passiert? Unüblicherweise saß der Verfasser dieser Zeilen gestern relativ früh am Tag bereits an seinem Schreibtisch, um den nachmittäglichen Termin (Waldbegang – siehe Bericht oben) vorzubereiten. Die Redaktionsfenster waren angesichts des sommerlich schönen Tages weit geöffnet. Durch das Gewirr von Vogelstimmen und Lechrauschen war dann plötzlich eine Sirene zu vernehmen – nicht vom nahen Feuerwehrhaus, sondern etwas weiter entfernt. Dennoch dauerte es nicht lange und die Einsatzfahrzeuge der Landsberger Floriansjünger machten sich auf den Weg. Ein Anruf bei der Polizei brachte zunächst den ersten Hinweis: Brandalarm in der JVA. Also Fotografen alarmiert und an den Hindenburgring geschickt. Dort kam diesem bereits Alfred Geyer, der örtliche oberste Polizeichef entgegen, im feinen Zwirn, und winkte ab: Fehlalarm in der anstaltseigenen Wäscherei. Dort, wo vor Jahren einem Häftling einmal die Flucht in einem Wäschebehälter gelang. Journalisten gehören in der Regel der misstrauischen Gattung an und ein Polizeichef bei einem Brandalarm persönlich zugegen? – das hatte zumindest eine leichte Erhöhung des redakteursimmanenten Sensibilitätslevel zur Folge, zumal zur gleichen Zeit, warum auch immer, die Telefonanlage der Redaktion zeitgleich ihren Geist aufgab.

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Als die wieder funktionierte, kam der zweite Anruf des Fotografen. In der Altstadt ist ein Hundeführer der Polizei unterwegs. Also doch! War da auch nicht eben ein Hubschrauber der Bundeswehr am Lech entlang geflogen? Sofortige Rückfrage bei der Polizei – und wieder Fehlanzeige. Es handle sich um einen Kollegen der Polizeiinspektion Flughafen. Der wohne in der Altstadt und übe dort ab und zu mit seinem Diensthund. „Mantrailing“ nenne man das. Dabei lernen Mensch und Tier gegenseitig, aus der Körperhaltung des jeweils anderen eine Vielzahl von Dingen herauszulesen.

Was das dann aber bedeutet, dass der Hund während der morgendlichen Spurensuche irgendwann unvermittelt und scheinbar ratlos vor einem örtlichen Kosmetikgeschäft sitzen blieb? Das kann ja wohl kaum ein Zufall gewesen sein, eine nette Geschichte dazu kann sich jeder selbst ausdenken.

Und der Bundeswehrhubschrauber? Na, das war nun wirklich Zufall, oder?

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