Freitag, 20. Oktober 2017

Landsberg

09. Dezember 2014 08:07 Uhr

Kreis Landsberg

Als ein Tornado in den Wald stürzte

Vor zehn Jahren gab es im Westerholz ein schlimmes Flugunglück. Zwei Bundeswehrangehörige starben in dem Waldstück bei Kaufering (Kreis Landsberg).

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Am heutigen Dienstag auf den Tag genau jährt sich der Absturz eines Bundeswehr-Tornados im Westerholz zwischen Kaufering und Scheuring zum zehnten Mal. Am 9. Dezember 2004 stürzte eine ECR-Maschine des Jagdbombergeschwaders 32 kurz nach dem Start auf dem Fliegerhorst Lagerlechfeld im Nebel ab. Für die beiden Besatzungsmitglieder, den 31-jährigen Piloten und seinen 40 Jahre alten Waffensystemoffizier, kam jede Hilfe zu spät.

9. Dezember 2004. Ein kalter und grauer Tag in der Vorweihnachtszeit. Gegen 14.25 Uhr stehen zwei Tornados auf der Startbahn des Fliegerhorstes in Lagerlechfeld. Sie sind unterwegs zu einer Übung in der Nähe von Ramstein. Kurz nachdem beide Maschinen in der Luft sind, verschwindet eine plötzlich vom Radar. Sie stürzt rund dreieinhalb Kilometer südöstlich entfernt im Westerholz ab.

Tornado-Absturz im Wald: keine Überlebenschancen für Besatzung

Bundeswehrkräfte eilen zur Absturzstelle. Auch zivile Helfer von Rettungsdienst, Feuerwehr und Polizei werden nachalarmiert. Einer von ihnen ist Manfred Zaumseil. Der Leiter des Rettungsdienstes vom BRK-Kreisverband Landsberg erinnert sich an damals: „Leider war schnell klar, dass die Besatzung nicht überlebt hat.“ Die Rettungskräfte konnten nichts mehr für die beiden Soldatentun und wurden auch nicht zur Absturzstelle in den Wald gelassen. Denn die Bundeswehr hat das Areal abgesperrt und zur militärischen Sicherheitszone erklärt.

„Bei Kampflugzeugen wie dem Tornado gibt es viele Einrichtungen, wie zum Beispiel den Schleudersitz, die kleine Sprengladungen haben“, so Zaumseil. Deshalb wurden die Rettungsorganisationen, die mit einem Großaufgebot im Westerholz vor Ort waren, nicht an die direkte Einsatzstelle gelassen. Auch das Reporterteam des Landsberger Tagblatts stand damals auf dem Waldweg und sah in der Dämmerung, wie Bundeswehrangehörige den Wald durchkämmten. Damals ließ sich nur erahnen, wie welche Tragödie sich im Wald abgespielt hat. Denn der beißende Geruch von Kerosin lag in der Luft.

Schon einmal ein Absturz bei Kaufering

Für Manfred Zaumseil, der seit mehr als drei Jahrzehnten beim Roten Kreuz ist, war dies nicht der einzige Flugzeugabsturz im Landkreis. Als junger Pflegeschüler am Landsberger Klinikum erlebte er den Absturz einer Aufklärungsmaschine am Lechufer bei Kaufering Ende der 70er-Jahre mit. Damals kam die Besatzung auch ums Leben.

Am Tag nach der Tragödie wird das Ausmaß des Flugzeugabsturzes im Westerholz deutlich. Experten der Bundeswehr, Pathologen und Kripobeamte durchkämmen nun bei Tageslicht das Westerholz. Sie dokumentieren die Wrackteile, die in einem Umkreis von rund 400 Metern liegen, und nehmen den Flugunfall detailliert in Protokollen auf. Die Militärpolizei hat den Wald großräumig abgesperrt, um Schaulustige fernzuhalten. Die zahlreichen Medienvertreter können die Absturzstelle besichtigen. Auf dem Waldboden liegen hunderte kleiner Flugzeugteile. Nichts davon erinnert an einen Kampfjet.

Der Tornado hat einen regelrechte Schneise in den Wald geschlagen. Die Maschine, die wie ein Feuerball ins Westerholz gestürzt sein muss, hat viele Bäume wie ein Rasiermesser gefällt. Brandgeruch liegt in der Luft. Tausende Liter Treibstoff haben sich über den Waldboden ergossen. Wie es vor Ort heißt, ist die Maschine aus einer Höhe von rund 400 bis 500 Metern abgestürzt. Die Besatzungsmitglieder konnten die Schleudersitze nicht mehr betätigen. Über die Absturzursache wird spekuliert.

Im Abschlussbericht der Generalflugsicherheit der Bundeswehr wird später bestätigt, dass ein technisches Versagen der Maschine als Ursache für den Absturz ausgeschlossen werden kann.

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Ein Artikel von
Dominic Wimmer

Landsberger Tagblatt
Ressort: Lokalnachrichten Landsberg


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