Prämierte Geschichten eröffnen Veranstaltungsreihe im Schloss Rudolfshausen

„Darf ich deine Sommersprossen zählen, Mama?“ Mit diesem wohl ergreifendsten Satz des Abends endete eine der prämierten Geschichten beim Eröffnungsabend der Friedenstage im Schloss Rudolfshausen in Holzhausen bei Igling. Autorin der Geschichte über eine späte Versöhnung von vor langer Zeit verschwundener Mutter und Tochter am Sterbebett war Ingrid Bickel, Verwaltungsfachangestellte aus Oberstdorf. Gastgeberin der Friedenstage auf Schloss Rudolfshausen und Initiatorin des Wettbewerbs „Meine schönste Friedensgeschichte“ ist die Sachbuchautorin Helene Walterskirchen. Das Motto der Friedenstage, die noch mit verschiedenen Vorträgen bis Sonntag weitergehen – „Der Glaube an den Frieden versetzt die Berge des Krieges“ – sei dabei bewusst in Anlehnung an das biblische Zitat gewählt, so Walterskirchen.
Doch meist standen bei der Eröffnung der Friedenstage die Preisträger des Geschichtenwettbewerbs im Zentrum der Aufmerksamkeit. Alle fünf lasen ihre Erzählungen selbst vor. So auch der pensionierte Agraringenieur Josef Ambros aus Kaufering, der Gewinner des Eröffnungswettbewerbs und damit des Sparbuchs über 1000 Euro der VR-Bank Landsberg-Ammersee. Er beschrieb, wie Geschichten Menschen zusammenbringen können und machte dabei mehr als nur einen fantastischen Ausflug, unter anderem durch 1001 Nacht. Denn Ambros übernimmt in seiner Erzählung als Lehrling die Rolle des Geschichtenerzählers, der die zerstrittenen Rübenarbeiterinnen auf dem Feld eint. „So wie schon meine Mutter und meine Großmutter uns als Kindern immer bei der Arbeit Geschichten erzählt haben“, erläutert Ambros seine Idee.
Den zweiten und dritten Platz belegten Klaus Köhler mit seiner Kriegsende-Erzählung „Der Kommandant“ und Roland Greißl – beides Mitglieder des Landsberger Autorenkreises. Und der Sonderpreis „Friedensgeschichte des Herzens“ ging an Stephan Fritz aus Vaterstetten für seinen „Katzenfrieden“.
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