Angela Merkel hat in den 70er Jahren an der Universität Leipzig Physik studiert. Heute ist die Bundeskanzlerin die prominenteste Absolventin der Leipziger. Mit ihr werden Kontakte gepflegt. Mit ihr wird öffentlich geworben. Auch andere deutsche Hochschulen wollen den Promi-Faktor erfolgreicher Ehemaliger stärker nutzen. In Augsburg sind Uni und Hochschule dabei, neue Netzwerke zu knüpfen.
Die Hochschule hat momentan vor allem ein Problem: Man weiß bei den meisten Absolventen nicht, was aus ihnen beruflich geworden ist. Mitarbeiterin Jorid Drumm hat deshalb mit einer Mail-Aktion eine organisierte Suche gestartet. "Vom Echo sind wir positiv überrascht", sagt sie. Rund 600 frühere Absolventen (Alumni) haben geantwortet. Sie sind am Kontakt interessiert. Jetzt ist der erste große Alumni-Tag geplant. Am 27. Juni soll er die Hochschulfamilie enger zusammenbringen. "Wir wollen unsere Alumni als Verbindung zwischen Hochschule und Unternehmen nützen", sagt Drumm.
Medaillen und schnelle Autos
Fest steht, dass die Hochschule prominente Absolventen zu bieten hat: Zu den Ehemaligen zählt zum Beispiel der heutige Vorstandsvorsitzende bei Audi, Rupert Stadler. Kanusportler und Olympiasieger Thomas Schmidt ist in der Promi-Riege der Absolventen zu finden, oder auch ein Mann wie Georg Lutzenberger, Leiter der Siemens-Niederlassung Augsburg.
Die Uni arbeitet in die gleiche Richtung. Auch dort versucht man, Ehemalige als Botschafter zu gewinnen. Alumni-Mitarbeiterin Claudia Lange-Hetmann nutzt das Internet. Sie ist auf der Plattform xing.com aktiv. Dort hat sie die Alumni-Gruppe von 500 auf 3200 vergrößert. "Wir halten die Leute regelmäßig über die Uni auf dem Laufenden", sagt sie. Monatlich gibt es einen Alumni-Newsletter mit Aktuellem, Projekten und Terminen.
Mit Hilfe früherer Absolventen hat die Uni auch ein Angebot für ihre Studenten ausgebaut - den "Jobtalk am Montag". Regelmäßig schildern Ehemalige, wie sie Karriere im Beruf gemacht haben.
Einen tollen Job, eine Familie und ein eigenes Haus. Soweit hat es zum Beispiel Christian Gebert (40) gebracht. Er hat an der Uni Soziologie studiert, also ein Fach, das nicht automatisch in einen bestimmten Beruf mündet. Gestern Abend erzählte Gebert seinen Zuhörern, wie er zunächst bei der Hypobank und dann bei einer Unternehmensberatung Karriere machte. Zunächst wählte er ein Studium, das seinen Interessen entsprach. Dann sammelte er schon als Student Berufserfahrung und nützte später seine Kontakte zu Firmen und Mitarbeitern.
Politik und Showgeschäft
Andere Ehemalige der Uni haben in der Politik oder im Showgeschäft Karriere gemacht, etwa Bayerns Finanzminister Georg Fahrenschon oder die Bayerische FDP-Generalsekretärin und Bundestagsabgeordnete Miriam Gruß. Auch Moderatorin Barbara Schöneberger studierte in Augsburg. Sie hat Erfolg - auch ohne Abschluss. »Meinung
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