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21. Januar 2012 20:00 Uhr

Diskussion

Anwohner wollen eine verkehrsberuhigte Zone

Freie Wähler luden zum Gespräch über Dießens „Wohnzimmer“ ein. Über die Notwendigkeit einer Neugestaltung besteht bei den Anliegern offensichtlich Einigkeit

Bei etwas stärkerem Regen wie gestern Vormittag kann man in der Dießener Mühlstraße auch mal nasse Füße bekommen, wenn der Mühlbach übers Ufer tritt.
Foto: Stephanie Millonig

Dießen Die Diskussion um die Neugestaltung der Dießener Mühlstraße gewinnt an Fahrt. Am Donnerstagabend kamen auf Einladung der Freien Wähler mehr als 100 Besucher im „Unterbräu“ zusammen, um ihre Überlegungen für die künftige Gestalt des Dießener „Wohnzimmers“ (Gemeinderat Robert Lotter) einzubringen. Was von den Bürgern vorgebracht wurde, wollen die Freien Wähler nun als „Packerl für den Planer schnüren“, kündigte Lotter an.

Lotter moderierte die knapp dreistündige Debatte. Die Veranstaltung leitete er mit einem bebilderten Vortrag ein, die den derzeitigen Zustand der zuletzt in den 1960er-Jahren ausgebauten Dießener Flaniermeile darstellte. Diese präsentiert sich inzwischen als ziemlich abgenutzt in Form eines immer wieder ausgebesserten Fleckerlteppichs mit Löchern und Unebenheiten und teilweise abgebrochenen Randsteinen. Bei Regen strömt das Wasser auf der Straße entlang und sammelt sich in Lachen, die Brücken über den parallel verlaufenden Mühlbach sind überwiegend erneuerungsbedürftig.

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Die Situation stellt sich zusammengefasst so dar, dass „keiner gesagt hat, das tut es schon“, wie Bürgermeister Herbert Kirsch nach der Veranstaltung resümierte, „über die Notwendigkeit einer Neugestaltung hat es keinen Disput gegeben.“ Schließlich, so machte Lotter einleitend deutlich, bündele die Straße eine Vielzahl von Funktionen: Sie erschließe die anliegenden Grundstücke, verbinde den Ort mit dem See, sei eine Einkaufsstraße ebenso wie eine Flaniermeile und schließlich die Markt- und Veranstaltungsstraße in der Marktgemeinde.

Straßencharakter: Auch vonseiten der Anlieger wird offenbar eine verkehrsberuhigte Zone nach dem Vorbild der Bahnhofstraße zwischen Unterbräu und Bahnhof favorisiert. Das bedeutet, dass Fußgänger und Fahrverkehr gleichberechtigt sind und höchstens mit Schrittgeschwindigkeit gefahren werden darf, Parken wäre nur auf gekennzeichneten Flächen möglich. Diskutiert wurde auch eine Einbahnregelung. Dies hätte beispielsweise den Vorteil, mehr Platz für Fußgänger und Parkstreifen zu erhalten. Andererseits wurde aber auch die Sorge geäußert, dass es an den Übergängen zu den anschließenden Straßen Probleme geben könnte. Bei einer Einbahnregelung in Richtung See würde die Bahnhofstraße vor dem Bahnhof zur Sackgasse.

Unterer Abschnitt: Auch die Verkehrssituation im untersten Teil der Mühlstraße zwischen Unterbräu und Bahnunterführung kam zur Sprache. Dieses Teilstück ist zwar gesperrt, diese Vorschrift wird jedoch häufig ignoriert. An manchen Nachmittagen zwängten sich 100 und mehr Autos zwischen Fußgängern und Bewirtungsflächen in Richtung See. Gefordert wurde, das Durchfahrtsverbot besser zu kennzeichnen, eine weitere Überlegung war, bereits das Straßenstück zwischen Unterbräu und Parkplatz zu sperren.

Parken: Die vorhandenen Parkplätze wurden überwiegend als angemessen betrachtet. In diesem Zusammenhang kamen auch mögliche Änderungen an den Parkregelungen zur Sprache. Vorgeschlagen wurde beispielsweise auch, Parkgebühren zu verlangen, kostenfrei sollten dann nur noch die ersten 30 Minuten oder die erste Stunde sein.

Mühlbach: Wer auf die Mühlstraße sieht, nimmt auch den Mühlbach in den Blick. Und um diesen ging es bei der Diskussion der Freien Wähler denn auch. Die beiden Mühlbach-Übergänge beim Maibaum zur Fischerei sind sanierungsbedürftig, nicht viel besser sieht es bei den Fußgängerbrücken zwischen Eiscafé und Ammerseekurier und zum Seefelder Hof aus. In diesem Zusammenhang wurde von den Bürgern auch der Wunsch geäußert, den Mühlbach an der kleinen Grünfläche am Beginn der Fischerei zu öffnen und die bisherigen Wasserdurchlässe als sichtbare (Holz-)Brücken auszugestalten. Daneben wurde auch angemahnt, den künstlichen Bach öfter zu reinigen. Durch das sehr kalkhaltige Wasser bilden sich Ablagerungen, die den Durchfluss verengen können.

Wasser schwappt auf die Straße

Selbst bei noch nicht ganz so heftigen Regenfällen tritt der Mühlbach immer wieder über die Ufer: Auch nach dem gestrigen Regen schwappte das Wasser am Vormittag in Höhe des Eiscafés über die Böschung auf die Straße. Kürzlich war diese Stelle bis zur Fahrbahn hin auch vereist, weil Wasser festfror, das durch einen Riss im Gerinne ausgetreten war.

Zum weiteren Fortgang erklärte Bürgermeister Kirsch gegenüber dem LT, dass die Vermessung des Planungsgebiets beauftragt ist, dann werde ein Gespräch der Gemeinderatsfraktionen mit dem beauftragten Planungsbüro Immich anberaumt. Aufgrund der dabei formulierten Eckdaten könne ein Entwurf erarbeitet werden, der dann den Anliegern vorgestellt werde.

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