Samstag, 17. Februar 2018

Landsberg

03. Februar 2018 10:39 Uhr

Denklingen

Auf den Brand folgt eine Welle der Hilfsbereitschaft

Familie Kolisch aus Denklingen konnte fast nichts aus dem Feuer retten. Jetzt bekommt sie viel Unterstützung - unter anderem von der türkischen Gemeinde Landsberg. Von Frauke Vangierdegom

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1000 Euro sammelte die türkisch-islamische Gemeinde Landsberg für Familie Kolisch, die durch einen Brand ihr Zuhause verloren hat. Unser Bild zeigt (von links): Salina Cölkum, Birgit Kolisch, Adrian Kolisch, Bürgermeister Andreas Braunegger, Peter Kolisch, Ömer Cölkusu und Bünyamin Söhmelioglu.
Foto: Frauke Vangierdegom

Hilflos mussten Birgit und Peter Kolisch aus Denklingen mit ansehen, wie vor gut zwei Wochen in nur wenigen Minuten ihr Zuhause ein Opfer der Flammen wurde. Das Ehepaar, das seit acht Jahren in Denklingen lebt, verlor bei dem Brand in der Lechraingemeinde am 17. Januar (LT berichtete) sein gesamtes Hab und Gut. Jetzt übergaben Vertreter der türkisch-islamischen Gemeinde in Landsberg Spendengelder in Höhe von 1000 Euro an die Familie.

Die Familie hat alles verloren

„Wir können nur immer wieder Danke sagen für diese Welle der Hilfsbereitschaft, die wir in den letzten Tagen erfahren durften. Mit so etwas hätten wir nie gerechnet“, betont Birgit Kolisch. Gerührt nimmt sie mit ihrem Mann und dem sechsjährigen Sohn Adrian den Spendenscheck aus den Händen des Vorsitzenden der türkisch-islamischen Gemeinde, Ömer Cölkusu, entgegen. Er war zusammen mit seiner Frau und Stellvertreterin Salina Cölkusu und dem Vorbeter Bünyamin Söhmelioglu nach Denklingen gekommen um das Geld persönlich zu übergeben.

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„Wir haben von dem Brand in der Zeitung gelesen und beim Freitagsgebet um Spenden gebeten“, erzählt Cölkusu. Etwas mehr als 400 Euro seien spontan zusammengekommen. Den Betrag habe der Vorstand dann auf 500 Euro aufgerundet. „Dann sind im Laufe der nächsten Tage noch mehr Spenden eingegangen, sodass wir jetzt 1000 Euro überreichen können.“

„Uns geht es soweit gut“, sagen die Kolischs. Das Schlimmste sei im Moment, kein Zuhause mehr zu haben. Zwar konnten die drei schon einen Tag nach dem Brand in eine Ferienwohnung in Denklingen ziehen. „Aber irgendwie sind wir entwurzelt. Wir haben nahezu alles verloren“, sagt Peter Kolisch, der seit etwa einem Jahr im Rollstuhl sitzt. Ein Fotoalbum hätten sie retten können, ein Handy, einen Geldbeutel und eine Pfeife. „Die Pfeife war das letzte Geschenk meines verstorbenen Vaters, das bedeutet mir unendlich viel“, erzählt Peter Kolisch sichtlich gerührt. Und eine kleine Spielekonsole, mit der Adrian während des Gesprächs mit dem LT am Küchentisch in der Ferienwohnung spielt.

Die Kolischs würden gerne in Denklingen bleiben

Bis jetzt hätten alle das Geschehene ganz gut verkraftet, sagt Birgit Kolisch. Sie persönlich sei vor allem froh, dass ihr Sohn Adrian den Brand nicht selbst miterleben musste, er war zu der Zeit noch in der Schule. Die Eltern mussten hilflos mit ansehen, wie das Feuer alles vernichtete.

Adrian zuliebe versuchen die beiden, den Alltag so normal wie möglich zu gestalten. Einmal am Tag müsse er zu den Überresten seines einstigen Zuhauses, berichtet Peter Kolisch. „Der Briefkasten ist noch intakt und wir bekommen unsere Post noch immer dorthin.“ Von außen zu sehen, was das Feuer übrig gelassen habe, sei nicht schlimm. Nur in die Ruine hineingehen, das möchten beide nicht mehr. Denn dann würde ihnen wieder bewusst, dass sie ihr Zuhause für immer verloren hätten.

„Aber wir leben, wir werden unfassbar unterstützt von der Gemeinde, allen voran von Bürgermeister Andreas Braunegger und von Freunden und vielen Menschen, die wir gar nicht kennen. Das ist einfach nur wunderbar“, sagt Birgit Kolisch noch einmal. „Wir danken wirklich jedem Einzelnen, der uns geholfen hat, auch wenn wir so manche Spende gar nicht mehr annehmen konnten, weil es einfach zu viel war.“

Jetzt sind die Kolischs auf der Suche nach einem neuen Zuhause. „Wenn es irgendwie möglich ist, möchten wir in Denklingen bleiben“, wünschen sich die drei. Bürgermeister Andreas Braunegger zeigt sich zuversichtlich, dass dieser Wunsch für Birgit, Adrian und Peter Kolisch in Erfüllung geht.

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