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24. März 2008 19:05 Uhr

Auf der Stadtpfarrkirche eingenistet

Seit Kurzem hat Mariä Himmelfahrt zwei neue, gefiederte Bewohner. Hoch oben auf dem Turm der Stadtpfarrkirche hat sich wohl ein Turmfalkenpärchen häuslich eingerichtet. Damit dies überhaupt möglich war, haben Menschen Starthilfe geleistet. Denn ein Turmfalke baut sich selbst kein Nest. Er lässt bauen. Von Katharina Gaugenrieder

Den Nestbau hat im Landsberger Fall die Caritas übernommen. Sie bastelte nach einer Vorlage von Vogelkundlerin Sonja Kübler einen gemütlichen Nistkasten für den Kirchturm. Sonja Kübler war es auch, die die Idee dazu hatte. Die ehemalige Landsbergerin ist eine Turmfalkenexpertin, hat in Berlin ihre Doktorarbeit über die pfeilschnellen Greifvögel geschrieben.

Denn Berlin ist auch die Hauptstadt der Turmfalken. Zwischen 180 und 220 Brutpaare leben dort. "Nachdem ich auf Dutzenden Kirchen in Berlin war, dachte ich, dass es doch toll wäre auf dieser schönen Stadtpfarrkirche, in der ich meine Kommunion gefeiert habe, auch einen Nistkasten zu haben." Turmfalken hatte die Ornithologin bereits vorher am Landsberger Himmel kreisen sehen. Nach einigen Gesprächen stieg Sonja Kübler auf den Turm und fand ihre Vermutungen bestätigt: "Der Platz dort oben ist super geeignet. Besser könnte es gar nicht sein", so das Urteil der Expertin. So ging der Nistkasten in Bau und wurde schließlich von Mesner Thorsten Poth angebracht.

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Tauben wollen keinen Turmfalken als Nachbarn

Und die ersten Mieter haben sich wohl schon eingenistet. Möglicher, angenehmer Nebeneffekt: "Die Tauben mögen es nicht, wenn die Turmfalken über der Kirche kreisen." Zwar ist ein Turmfalke in etwa so groß wie eine Taube und fängt daher nur sehr selten eine. "Aber er ist eben ein Raubvogel und hat damit einen gewissen Vergrämungseffekt."

Auch Dekan Thomas Rauch freut sich über die neuen Untermieter: "Wir waren am Anfang sehr zurückhaltend, was die Idee betraf. Ich finde es aber sehr schön, dass eine bedrohte Tierart auf dem Turm eine neue Heimat gefunden hat. Wir alleine wären nie auf diese Idee gekommen."

Nun hofft man in der Pfarrei selbstverständlich auf Nachwuchs. Mesner Thorsten Poth beobachtet schon seit längerer Zeit, dass Vögel in das kleine Loch am Turm schlüpfen, hinter dem sich der Nistkasten verbirgt. Er hat schon einige Falkenkämpfe um den begehrten Brutplatz miterlebt. Schließlich ist Wohnraum in Landsberg heiß begehrt. Auch bei den Falken. Möglicherweise, so Sonja Kübler, könne man bald über einen weiteren Nistkasten nachdenken.

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