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15. Januar 2008 18:20 Uhr

Augsburger Zoo will Nashörner züchten

Der kleine Eisbär Knut aus dem Berliner Zoo war Kult und das neue Nürnberger Eisbärenbaby ist auf dem besten Weg, Kult zu werden. Da will der Augsburger Zoo nicht abseits stehen. Er schmiedet ebenfalls spektakuläre Pläne in der Tierzucht. Heuer wird eine neue Herde von Nashörnern aufgebaut. Die Aussicht auf kleine Rhinobabys lässt Direktorin Barbara Jantschke schon jetzt das Herz warm werden. Von Eva Maria

Augsburger Zoo will Nashörner züchten
Foto: ALFA

Zuerst müssen aber die richtigen Muttertiere her. Sie sollen jung genug sein, um Nachwuchs bekommen zu können. Bis zum Sommer will der Zoo zwei Weibchen aus einem Schutzgebiet für Wildtiere in Südafrika kaufen - eine teure Angelegenheit. Denn die beiden Breitmaulnashörner werden inklusive Transport weit über 70 000 Euro kosten.

Diese Ausgaben kann der Zoo nicht alleine aufbringen. Deshalb beginnt die Suche nach Geldgebern. Ab Februar läuft eine große Spendenaktion unter dem Titel "Rhino-Parade". Der Zoo will bis zu 200 große Nashörner aus Kunststoff zum Bemalen an Sponsoren aus Wirtschaft und Gesellschaft verkaufen, das Stück für 2500 Euro.

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Jantschke ist zuversichtlich, ausreichend Geld für den Ankauf zu bekommen. "Nashörner sind äußerst beliebte Tiere", sagt sie, "bei Safaris gehören sie zu den fünf Arten von Großtieren, die jeder Tourist unbedingt fotografiert haben will." Die Pläne mit der neuen Nashornherde stoßen auch schon auf Interesse bei Medien. Das Bayerische Fernsehen plant einen Film über den Transport der Weibchen von Südafrika nach Augsburg, der per Flugzeug und Lkw laufen wird. "Über eine Drehgenehmigung in Südafrika wird gerade verhandelt", sagt Jantschke.

Öffentliche Aufmerksamkeit soll auch die Rhino-Parade bringen. Wenn alles klappt, werden sich die bemalten Sponsoren-Nashörner im April auf dem Rathausplatz ein Stelldichein geben. Danach plant die Zoodirektorin eine Wanderung der bunten Rhinos durchs Stadtgebiet und die Umlandgemeinden.

Die Nashornhaltung in Augsburg hat Tradition. Lange Zeit lebten dort Abu und Toto, die ältesten Rhinozerosse der Welt. 2006 und 2007 starben die beiden Oldies kurz nacheinander. Nachwuchs gab es bisher nicht.

Ab Sommer wird der Zoo aber mit einem neuen Nashornhaus und einer jungen Herde optimale Bedingungen für die Zucht haben. Einen passenden Nashornbullen will Jantschke aus einem europäischen Zoo beschaffen. Dann kann Augsburg wohl bald mit netten Rhinobabys rechnen.

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