Samstag, 17. Februar 2018

Landsberg

04. Februar 2018 16:00 Uhr

Snowdance-Festival

Beim Landsberger Festival überzeugen die düsteren Geschichten

Die Filmemacher stellen beim Independent Film Festival Snowdance auch Forderungen an die Politik. Die besten Filme und eine kleine Überraschung.

i

„Last Fisherman“, „American Pets“ und „Poor Agnes“ heißen die Gewinnerfilme bei Snowdance. Warum aber auch diese Filme unterstützt werden müssen, das erfuhren die Zuschauer bei einer Podiumsdiskussion in Sachen „Manifest“. Ein Manifest für unabhängige Filmemacher? Das klang erst mal ein wenig seltsam. Allerdings macht es für das Festival Snowdance dann doch wirklich Sinn, denn so können Sender und Verleiher besser auf die Independent-Szene aufmerksam gemacht werden. Es gäbe eine bessere Unterstützung – und Snowdance könnte sich auch künftig als Verleiher etablieren.

Spannende Preisverleihung

Was hat es nun damit auf sich? Der Journalist Werner Lauff erarbeitete in drei Arbeitsgruppen einen Text, der an an Politik und Gesetzgebung, Rundfunkanstalten und Sender, Filmförderung und Finanzbehörden sowie an die Filmemacher selbst verschickt werden soll. Inhalt: Die Sender brauchen mehr kulturelle Vielfalt und feste Sendeplätze für unabhängige Filmemacher. Das Festival Snowdance sei in Sachen Filmförderung unverzichtbar, um den unabhängigen Film zu fördern.

ANZEIGE

Das ganze Manifest kann man auf der Internetseite von Snowdance lesen. Es beschreibt die aktuelle Herausforderungen des Independent Film Making. Am Manifest konnte jeder Festivalteilnehmer mitwirken. In den drei Foren wurden Impulsreferate von Dr. Lisa Giehl (FilmFernsehFonds Bayern), Dennis Albrecht (Filmemacher), Tom Bohn (Screenwriter, Director, Producer), Ulrich Herrmann (SWR) und Ralph Fürther (SKY) gehalten.

„American Pets“, „Poor Agnes“ und „Last Fisherman“ gewinnen

Spannend wurde es bei Snowdance dann am Sonntag. Die Preise wurden verliehen. Doch schon am Freitag hatte es beim Ball der Filmemacher einen Sieger der Herzen gegeben. Die Schauspielerin Ulla Geiger kam erst mit über 60 Jahren zum Filmemachen und hatten außer Konkurrenz ihren Film „Wir drehen keinen Film“ mitgebracht.

Und den präsentierte sie auf der Bühne des Stadttheaters so witzig und liebenswert, dass sie an diesem Abend zum Liebling der Besucher wurde. Sie erfüllte sich mit dem Film einen Lebenstraum – ihr Film ist witzig, anders und total indie. Der Inhalt: Kurt, 35, Schauspieler, eckt immer wieder an und engagiert deshalb eine Kamerafrau, die ihn nun in allen Lebenssituationen filmt. Der Film wird in der Landsberger Kunstnacht bei der Ellinor Holland Kunstpreisverleihung im September nochmals zu sehen sein.

Atmosphärisch dichter Film

Bester Spielfilm: „American Pets“. Er wurde von den Landsbergern sehr oft besucht, und das nicht nur am Eröffnungstag. Todd (Rhys Wakefield, grandios!) und seine Schwester leben bei ihrer Oma in den Hollywood-Hills. Sie führen ein luftiges und langweiliges Leben in der Villa ihrer Großmutter Judy (Lesley Ann Warren), einem ehemaligen Filmstar. Todds narzisstisches Dasein nimmt eine dunkle Wendung, und ihm dabei zuzusehen, wie er sich zu retten versucht und die Menschen um ihn herum täuscht, ist faszinierend. Den Preis (1500 Euro) überreichte Philip Gabriel von Delo.

Beste Doku: Die Dokumentation „Last Fisherman“ von James Stier ist ein Beispiel für einen atmosphärisch dichten Film. Man versteht nicht immer alles, aber doch genug, um festzustellen, dass dem Regisseur hier ein wundervolles Porträt eines der letzten Fischer in Cornwall gelungen ist. Dabei lernt man nicht nur ihn und seine harte Arbeit kennen, sondern so nach und nach auch die Dorfbewohner. Malcolm Baker heißt der Fischer, der auf der Halbinsel Rame in Cornwall lebt. Er arbeitet auch mit 71 Jahren noch mit den überlieferten Methoden, die er gelernt hat. Bei der Preisverleihung bekamen Regisseur James Stier und Mitautor Leo Kaserer den meisten Applaus. Ihr Film hatte nicht nur die Jury, sondern auch die Landsberger überzeugt. Den Preis (1500 Euro) überreichte Arne Astrup von Go in.

Beste Regie: Kriminell gut und böse: die Psychostudie über eine Serienkillerin und ihre Opfer. „Poor Agnes“ von Navin Ramaswaran aus Kanada ist erschreckend, denn Agnes bringt ihre Opfer nicht nur um, sie zerstört vorher ihren Geist. Das ist nichts für schwache Nerven – aber so packender. 2000 Euro für die beste Regie gab es von Christoph Kruse von Horex. Einen weiteren Preis gab es bei den Kurzfilmen („Backstory“, VR-Bank Landsberg-Ammersee).

i

Mehr zum Thema

Mehr zum Thema
Ihr Wetter in Landsberg
17.02.1817.02.1818.02.1819.02.18
Wetter Unwetter
                                                Wetter
                                                Schneeregen
	                                            Wetter
	                                            wolkig
                                                Wetter
                                                bedeckt
Unwetter-4 C | -1 C
-6 C | 1 C
-7 C | -2 C
Das Wetter aus Ihrer Region
Nachrichten in Ihrer Region
Augsburger Allgemeine Aichacher Nachrichten Augsburger Allgemeine Donau Zeitung Donauwörther Zeitung Friedberger Allgemeine Günzburger Zeitung Illertisser Zeitung Landsberger Tagblatt Mindelheimer Zeitung Mittewlschwäbische Nachrichten Neu-Ulmer Zeitung Neuburger Rundschau Rieser Nachrichten Schwabmünchner Allgemeine Wertinger Zeitung
Ein Artikel von
Alexandra Lutzenberger

Landsberger Tagblatt
Ressort: Lokalnachrichten Landsberg


Bauen + Wohnen

Alle Infos zum Messenger-Dienst
Unternehmen aus der Region

Partnersuche