Dießen Sechs Jugendliche aus Windermere, sechs Jugendliche aus Dießen, und perfekt ist eine Woche Schüleraustausch am Ammersee. Seit 1998 pflegen Windermere und Dießen eine Städtepartnerschaft, seit 1999 finden regelmäßig gegenseitige Besuche der Carl-Orff-Volksschule und der Lakes School statt. Neu ist eine Kooperation zwischen dem Ammersee Gymnasium (ASG) und der St. Anne's School. In der Faschingswoche waren zum ersten Mal Jugendliche aus Windermere bei Gastfamilien in Dießen untergebracht. Zusätzlich durften diese bei Kurzpraktika in Unternehmen oder Einrichtungen in Dießen, wie dem Jugendzentrum, der Tourismus-Information und dem Kultcafé, Arbeitsluft schnuppern.
Erst seit zwei Jahren Deutsch
Initiiert worden war der Austausch im Zuge eines Projektseminars der 11. Klassen, die gesamte Organisation hatten die Schüler eigenverantwortlich übernommen. Ziel dieses Austausches ist laut Yannick Lange, einem Schüler am ASG, zum einen die Stärkung der Städtepartnerschaft, zum anderen die internationale Begegnung. Dass es auch mal zu Kommunikationsproblemen in den Gastfamilien kommt - die britischen Schüler lernen erst seit zwei Jahren Deutsch - ist nicht weiter problematisch: "Notfalls steigen wir dann halt auf Englisch um. Und Englisch liegt mir", so Yannick Lange.
Der Freundeskreis Ammersee Windermere (FAW) unterstützt solche Projekte. Hans-Peter Sander und Herbert Krebs vom FAW hatten die ASG-Schüler bereits seit September in einem wöchentlich stattfindenden Unterricht begleitet. Im Gegenzug entwickeln die Schüler als Abschluss des Projektseminars eine Handlungsempfehlung, wie "die Entwicklung der städtepartnerschaftlichen Beziehungen künftig speziell mit den Interessen der deutschen wie englischen Jugendlichen kombiniert werden kann".
Dafür sei eigens ein Fragebogen kreiert worden, erzählt Lange. Beim Gegenbesuch von 20 Elftklässlern des ASG im Mai in Windermere soll dieser von englischen Schülern ausgefüllt werden.
Internationale Herkunft
Die 17-jährige Hanna Junti ist eine der Austauschschülerinnen aus Windermere. Ursprünglich kommt sie aus Estland. Sie absolviert ihr Schnupperpraktikum bei der PR-Agentur EastWestCom und fungiert als Pressesprecherin der Austauschgruppe. Sie erzählt, dass die St. Anne's School eine sehr internationale Schule sei, von den knapp 300 Schülern stamme die Hälfte nicht aus England.
Und das kann man auch bei den Teilnehmern des Austausches sehen: Hier sind neben Schülern aus Estland und England auch Jugendliche aus Polen, Frankreich und sogar Georgien vertreten. "Mit dem Deutsch tue ich mir noch schwer", erzählt Hanna Junti, die zwischendurch auch englische Sätze verwendet. Aber durch den Austausch habe sie sich schon sehr verbessert.
Im Mai dürfen die deutschen Jugendlichen dann austesten, wie es mit ihren Englischkenntnissen bestellt ist, wenn sie zu Gast an der St. Anne's School in Windermere sind. (rosch)
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