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04. Januar 2009 18:10 Uhr

Chancengleichheit durch eine "Schule für alle"

Landsberg (lt) - Enttäuscht zeigten sich die Mitglieder der "Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW)" darüber, dass nach den Landtagswahlen im September eine Wende in der bayerischen Bildungspolitik ausgeblieben ist. Bei ihrer Jahresversammlung im Gasthaus "Lechstüberl" kritisierten die gewerkschaftlich organisierten Lehrer und Erzieher das Festhalten am mehrgliedrigen Schulsystem und an dem frühen Übertritt nach der vierten Klasse als ein bedauernswertes Ergebnis der Koalitionsverhandlungen zwischen CSU und FDP.

Chancengleichheit durch eine "Schule für alle"
Foto: ALFA

"Die neu geschaffenen Gelenkklassen verdienen nicht einmal den Titel Halbreform", meinte Jörg Poll aus Utting dazu. Auch die Bildung von kleineren Klassen und bessere Fördermöglichkeiten lassen weiter auf sich warten, so der Kreisvorsitzende der GEW. Poll war bei der Versammlung in seinem Amt bestätigt worden. Wieder gewählt wurden außerdem der zweite Vorsitzende Herbert Langen aus Landsberg, Geschäftsführer Andreas Hoehne aus Fuchstal sowie Schatzmeister Otto Irlinger aus Scheuring.

In ihrer Aussprache über die bayerische Bildungspolitik vor und nach der Landtagswahl wiederholten die Mitglieder ihre Forderung nach einer "Schule für alle", die eine Erhöhung der Chancengleichheit bedeute. Im Gegensatz zu den Beteuerungen der bayerischen Staatsregierung, gute Leistungen ließen sich nur in Gruppen mit Kindern gleicher Begabung erzielen, stehen die Ergebnisse der jüngsten Iglu-Studie. Hier wurden die Leseleistungen der noch nicht "nach Begabungen" getrennten Viertklässler untersucht und als sehr gut befunden. Obwohl die Hauptschüler im Anschluss daran in weitgehend "homogenen Gruppen" unterrichtet werden, sei bei ihnen eher ein Rückschritt der Fähigkeiten im Fach Deutsch zu verzeichnen, so Poll, was den Prognosen der Bildungspolitiker widerspreche.

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Der sich abzeichnende Lehrermangel sei unter anderem auf die schlechte Bezahlung vor allem im Bereich der Elementarbildung zurückzuführen, waren sich die Gewerkschafter bei ihrem Treffen einig. Die Einkommen aller Beamten waren in der Vergangenheit durch Veränderung der Besoldungsstufen und Ausbleiben der Anpassung an die Teuerungsrate massiv gekürzt worden, hieß es. Nun sollen nach den Plänen der Staatsregierung ab dem kommenden Jahr ein Teil der Volks- und Realschullehrer die Möglichkeit einer kleinen Zulage erhalten.

Nervenaufreibender Job

Auch die Art, wie dies entschieden werde, löse in vielen Lehrerkollegien Empörung aus, berichteten die Mitglieder. Man fordere deshalb eine deutliche Erhöhung der Gehälter für alle im vorschulischen Bereich und an den Volksschulen Beschäftigten. Es gebe wohl niemanden, der anzweifle, dass die Arbeit in der Hauptschule ein "nervenaufreibender Knochenjob" sei, bekräftigte Jörg Poll diese Forderung.

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