Ihr Büro liegt über den Dächern von Landsberg und bietet einen atemberaubenden Blick auf die Altstadt. Dr. Margarete Meggle-Freund genießt die Aussicht, auch wenn ihr im Moment ein wenig die Muße dazu fehlt, denn die neue Museumsleiterin muss sich einarbeiten. Von Alexandra Lutzenberger Von Alexandra Lutzenberger

Landsberg Ihr Büro liegt über den Dächern von Landsberg und bietet einen atemberaubenden Blick auf die Altstadt. Dr. Margarete Meggle-Freund genießt die Aussicht, auch wenn ihr im Moment ein wenig die Muße dazu fehlt, denn die neue Museumsleiterin muss sich einarbeiten. "Das macht viel Spaß, ich muss mir nur überlegen, wo ich zuerst anfange, so viele Ideen habe ich", sagt sie im Gespräch mit dem LT. Die 40-Jährige freut sich riesig über die neue Aufgabe, und diesen Enthusiasmus merkt man ihr auch an. Am 1. November wird die promovierte Kulturwissenschaftlerin, Volkskundlerin und Kunsthistorikerin Meggle-Freund die städtischen Museen übernehmen. Der bisherige Leiter, Hartfrid Neunzert, geht in den Ruhestand.
Schon immer von Landsberg fasziniert
Landsberg hat Meggle-Freund schon immer fasziniert, deshalb sei sie sehr froh hier arbeiten zu können. "Ich stamme aus Kaufbeuren, und auf dem Weg zur Arbeit nach München bin ich oft hier vorbeigekommen und war immer fasziniert von dieser wunderschönen Stadt." Zusammen mit ihrem Mann wird sie nun auch in Landsberg wohnen, ganz in der Nähe ihres Arbeitsplatzes in der Alten Bergstraße. "Ich freue mich angekommen zu sein", sagt sie und erzählt mit Begeisterung von ihren Plänen.
Es sei ihr ein großes Anliegen das Haus mit der wunderschönen Lage am Berg für die Bürger weiter zu öffnen, es besucherfreundlich zu machen. Deshalb plane sie vor allem ein neues Konzept für die Einbeziehung von Kindern und Jugendlichen. "Hands on" heißt eines ihrer Konzepte, denn der direkte Kontakt mit der Kunst stelle neue Zusammenhänge her und biete auch neue Präsentationszweige. "Bei dieser Idee ist es nicht verboten, die gezeigten Werke anzufassen, sondern man soll den Inhalt mit allen Sinnen erfassen", so Meggle-Freund. Gerade jüngere Besucher würden so einen ganz anderen Bezug zur Kunst finden.
Das gelte natürlich nur für bestimmte Ausstellungsbereiche und nicht für die ganze Sammlung des Museums. Meggle-Freund will neue Programme für Schulklassen erstellen. Auch die technische Funktionsweise des Hauses will sie ändern. "Das Museum ist nicht nur zum Ausstellen da, sondern auch ein Archiv. Deshalb ist es äußerst wichtig, dass wir ein Depot bekommen." Auch für das Projekt mit den Schulen will die engagierte Kunsthistorikerin einen Raum haben, in dem sie museumspädagogisch arbeiten kann. Ein Wunschtraum, so sagt sie weiter, wäre im Museum ein Café mit Terrasse. "Die Menschen sollen sich hier wohlfühlen und verweilen wollen." Ein so bedeutendes Museum, wie es diese kleine Stadt habe, verdiene auch überregionale Beachtung und eine besucherfreundliche Erschließung.
Auch inhaltlich möchte Meggle-Freund einiges ändern. Neue Dauerausstellungen gehören dazu. So beschäftigt sie sich mit der städtischen Geschichte allerdings nicht chronologisch, sondern will der Frage nachgehen, wie die Konfessionalität sich auf die Stadt und ihre Bewohner ausgewirkt hat. Sie habe von der Stadt die Aufgabe bekommen, die Geschichte bis ins 20. Jahrhundert zu verfolgen und zu dokumentieren. "Ein Thema, bei dem ich sehr auf die Mitarbeit der Bevölkerung angewiesen bin", sagt die neue Museumsleiterin. Sie sucht Zeitzeugen, die vielleicht Objekte für die Ausstellung haben, oder ihr berichten können, wie sich die Stadt in den Jahren gewandelt oder entwickelt hat.
"Eine Art Forschungsauftrag", so Meggle-Freund, dessen Ergebnisse sie gerne in eine Dauerausstellung einfließen lassen möchte. Daneben sind wie bei ihrem Vorgänger Hartfrid Neunzert Sonderausstellungen geplant, mit Werken aus dem 19. oder 20. Jahrhundert. "Ich wünsche mir ein Haus mit Leben und freue mich über Menschen, die gerne hier ehrenamtlich mitarbeiten können oder wollen, auch im museumspädagogischen Bereich."
Mitarbeit Interessenten können sich im Museum an 08191/ 360 wenden.
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