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01. März 2010 18:55 Uhr

Die Eibe ist sein Lieblingsbaum

Riederau Das Forstrevier in Riederau hat einen neuen Leiter: Erwin Schmid berät ab sofort die Gemeinden und die privaten Waldbesitzer. Er tritt die Nachfolge von Otto Stutz an, der im vergangenen Jahr gestorben ist. Stutz war über 25 Jahre lang für den Staatswald im Bereich Dießen zuständig und hatte nach der Verwaltungsreform 2005 die Beratung im Privat- und Körperschaftswald übernommen. VON MIRIAM

Die Eibe ist sein Lieblingsbaum
Foto: ALFA

VON MIRIAM ANTON

Zu Erwin Schmids neuem Revier zählen neben Dießen, Utting und Schondorf noch zehn weitere Gemeinden (siehe Infokasten). Bei einem Pressetermin im Dießener Gemeindewald, der insgesamt 33 Hektar umfasst, mit Bürgermeister Herbert Kirsch und Gemeinderäten, erläuterten Förster Schmid und der Leiter des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Fürstenfeldbruck, Hans-Jürgen Gulder, wie der Wald in Zeiten des Klimawandels "umgebaut" werden muss. "Die zunehmenden Trocken- und Hitzeperioden schaden den Wäldern, besonders der Fichte", sagte Gulder. "Das ist keine Panikmache, wir spüren den Klimawandel schon die letzten 20 Jahre", so der Amtsleiter.

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Neues Programm liefert Prognosen für die Zukunft

Wie stark die einzelnen Baumarten vom Klimawandel betroffen sein werden, berechnet ein neues Computerprogramm der Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft. Auf seinem Laptop kann Förster Schmid den Waldbesitzern nun zeigen, wie es ihren Bäumen 2050 und 2010 ergehen wird. "In dem Programm gehen wir von einer 1,8 Grad höheren Jahresdurchschnittstemperatur aus und einer Verringerung der Jahresniederschlagssumme um 40 Millimeter innerhalb der nächsten 100 Jahre", so Schmid. Bislang gibt es Berechnungen für Fichte, Buche, Tanne, Kiefer, Lärche, Douglasie, Bergahorn und Eiche. Das "Klimarisiko" reicht von blau "sehr gering" über rot "sehr hoch". Die Überlebenschance für reine Fichtenwälder hier im Landkreis ist laut der digitalen Karte gering. Der Grund: Die Fichte kommt von ihrer Wurzelstruktur her nicht in das tiefer liegende Wasser. "Bei immer weniger Niederschlägen kriegt die Fichte Probleme", so Schmid.

Die Weißtanne dagegen ist weniger gefährdet und kann daher führende Baumart bleiben. Jetzt gilt es, die Ergebnisse zu nutzen und den Wald langsam umzugestalten. Dazu muss Schmid mit den circa 800 bis 1000 privaten Waldbesitzern im Ammerseegebiet in Kontakt treten. Das ist nicht immer einfach: "Manche sitzen in New York und haben keine Ahnung von ihrem Waldstück."

Mischwald hält Folgen des Klimawandels besser stand

Aber mit denen, die sich bei ihm melden, geht Schmid in den Wald und berät sie, wie ihre Bäume dem Klimawandel am besten standhalten können. Das Rezept heißt Mischwald: Tannen, Buchen, Eichen und Eschen statt Fichtenmonokulturen. "So haben wir auch eine bessere Risikostreuung, falls mal eine Baumart von Schädlingen befallen wird." Schmids Lieblingsbaum ist die Eibe, der älteste heimische Nadelbaum: "Die Eibe ist wirtschaftlich uninteressant, da sie langsam wächst, aber sie ist wunderschön und sehr selten". Der einzige noch erhaltene Eibenwald in Deutschland steht in Paterzell bei Wessobrunn.

In Schmids Revier gibt es kaum noch Eiben, das soll sich in Zukunft ändern.

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