Wenn Heinz Jürgens sein vhs-Akkordeonorchester auf die Spuren großer Komponisten setzt, dominieren musikalische Eleganz und Leichtigkeit. Ein Renommee, dem der "Herr über die filigranen Perlmutt-Töne" auch in der Aula der Hauptschule gerecht wurde.

Von Ludwig Herold
Kaufering. Wenn Heinz Jürgens sein vhs-Akkordeonorchester auf die Spuren großer Komponisten setzt, dominieren musikalische Eleganz und Leichtigkeit. Ein Renommee, das der "Herr über die filigranen Perlmutt-Töne" auch am Samstagabend in der Aula der Hauptschule mit dem Versprechen einlöste: "Wir glauben, dass Sie mit unserem breitgefächerten Programm zufrieden sein werden." Dabei hatten seine Interpreten bereits beim beschwingten Vorspiel zur Oper "Carmen" die Gefühlslage der Zuhörer beflügelt. Unter ihnen Kauferings 3. Bürgermeister Georg Zerhoch, der dem Musikensemble begeistert zurief: "Dafür mein Kompliment."
Vorschusslorbeeren, die ihre Wirkung nicht verfehlten. Denn die angesprochenen Akteure reagierten darauf mit einer Premiere, dem neu einstudierten Walzer von Johann Strauß "Rosen aus dem Süden". Und weil an diesem Konzertabend die Freude über den Alltagsernst siegen sollte, präsentierten die Akteure auf ihren schwarzweißen Tasten das populärste Tonwerk von Antonin Dvorák: "Humoreske".
Mit Beifall überschüttet
Mit Blick auf Edvard Grieg, dessen Todestag sich heuer zum hundertstenmal jährt, hatte das Akkordeonorchester die Peer Gynt-Suite Nummer 1 in sein Programm genommen und mit der souveränen Umsetzung dieses Werkes das Publikum so beeindruckt, dass es die Musiker mit anhaltendem Beifall überschüttete. Der "Egyptische Marsch" von Johann Strauß beendete zwar den ersten Teil des Konzertabends, nicht aber die Begeisterung der Zuhörer. Sie erlebten mit dem Marsch "Jubelklänge" sowie einem Potpourri aus dem Musical "My fair Lady" neue Höhepunkte. Das vom Orchesterchef angekündigte "breitgefächerte Programm" setzten seine Interpreten mit dem Paso doble "Granada" fort, um dann vom feurigen Spanien in das "romantische Russland" zu entführen: Der mit populären Liedern zusammengesetzte Melodienreigen wie "Abendglocken", "Schöne Minka" und "Kalinka" ließ besonders die älteren Besucher dahinschmelzen.
Große Gefühle weckte in ihnen auch "Don't cry for me Argentina" (Evita), "Memories" (Cats) und "Das Phantom der Oper", die Jürgens mit "Andrew Lloyd Webber à la carte" überschrieben hatte und dafür mit riesigem Beifall belohnt wurde. Das offizielle Programm war damit zwar beendet. Weil die Zuhörer aber dreimal einen "Nachschlag" forderten, präsentierte ihnen die Jürgens-Truppe den "Schönfeld-Marsch", die böhmische "Pensl-Polka" von Willi Pensl, dem Musikfreund aus der Jugendzeit von Heinz Jürgens und - als endgültiges Konzertfinale - das temperamentvolle Lied aus Neapel "Funiculí funiculá".
Und weil es den Anhängern der feurigen "Schwarzweiß-Tasten" so gut gefallen hat, spielt das Heinz-Jürgens-Akkordeonorchester am Freitag, 26. Oktober, um 20 Uhr erneut: Im Gasthof "Zur Linde" in Schwabhausen.
|
|
Artikel kommentieren
| Artikel bewerten: