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22. Juni 2010 17:40 Uhr

Die "Sucht" nach dem Quilten

Dießen "Nadeln statt (und) schnabeln" im Entenhaus im Schackypark war jetzt die Devise in Dießen. Die Enten, wären welche dagewesen, hätten ihre Schnäbel vor Staunen vermutlich nicht mehr zugekriegt, hätten sie gesehen, was in ihrer Unterkunft da so alles vor sich ging. Von Romi LÖbhard

Quilten im Entenhaus im Schacky-Park mit, von links, Andrea Weinzierl, Michaela und Margarete Krögler sowie Renate Dallmayr. Fotos: Seidl-Cesare

Einige Damen verschiedener Altersstufen saßen um einen großen Tisch und hantierten mit Nadel, Faden und vielen bunten Stofffleckerln, die sie nach Schablonen zugeschnitten hatten. Der Grund: Es war europaweiter "Quip-Day", auf deutsch "Quilten-in-der-Öffentlichkeit-Tag". Seit dem vergangenen Jahr gibt es diesen Tag. Jeweils am dritten Samstag im Juni möchten die Fans dieser Handwerkskunst auf ihr Hobby aufmerksam und es einer breiten Öffentlichkeit bekannt machen. Mit ihrer ausgefallenen Aktion im Entenhaus befand sich die Landsberger Patchwork-Gilde in bester Gesellschaft. Überall in Deutschland wurde in der Öffentlichkeit gequiltet, oft in Cafés, aber auch an ungewöhnlichen Orten wie in Einkaufszentren, Krankenhausfoyers, Museen, selbst in Kirchen frönten Quilter ihrer Leidenschaft und zeigten gleichzeitig das, was sie schon geschaffen hatten. Auch im Entenhaus gab es einiges zu sehen und zu bestaunen. Das ganze Häuschen war mit Wandteppichen in verschiedenen Farben und unterschiedlichen Quiltarten ausgekleidet, Tischdecken und -deckchen durften befühlt werden, ja sogar eine Quiltjacke war zu sehen. Anleitungshefte auf allen Ablageflächen luden zum Blättern ein. "Während einer Krankheit hab ich zum Zeitvertreib einen Quilt probiert", erzählt Andrea Weinzierl aus der Runde von ihren Anfängen bei dieser Technik.

"Dabei hab ich gemerkt, dass mich diese Arbeit beruhigt und ich dabei entspannen kann." Quilten tat ihr ganz einfach gut, es gab ihr das Gefühl, etwas für sich selbst zu tun. Das bestätigen die anderen Damen, sie erklären aber auch lachend "Quilten macht süchtig".

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Stunden vergehen im Flug

Ein paar Stunden, ganze Vormittage vergingen wie im Flug, die Arbeit halte einen fest. Genauso sieht das auch im Entenhaus aus. Zwischen Kaffeetassen und Kuchenstücken wird geschnippelt und genäht, über Techniken wie "Lone Star" oder "Log Cabin Block" gefachsimpelt und verraten, wo es ausgefallene Stoffmuster gibt. Richtige Pausen kommen gar nicht erst infrage. Und auch das Strickzeug, das einige dabei haben, weil schließlich auch "Knit Day" - weltweiter Stricktag ist, darf weiter in der Tasche ruhen. Der Quilt lässt nicht zu, dass es herausgeholt wird.

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