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08. Dezember 2009 05:12 Uhr

Drei Köpfe der Protestbewegung

Petra Schmidt ist eine ganz normale Studentin. "Ich hab' mich sehr auf mein Studium in Augsburg gefreut", erzählt die junge Frau aus Waldkraiburg. Mit Hochschulpolitik hat sie sich bisher kaum befasst. Doch jetzt ist alles anders. Die Studentin der Sozialwissenschaften zählt zu den Köpfen der Protestbewegung an der Uni Augsburg. Von Eva Maria

Drei Köpfe der Protestbewegung
Foto: ALFA

Die bundesweiten Proteste für bessere Bildung und eine Reform der verschulten Bachelor- und Masterstudiengänge halten sich auch in Augsburg hartnäckig. Der große Hörsaal der Uni ist seit 17. November besetzt. Inzwischen geht die Blockade des Audimax in die vierte Woche. Und Studienanfängerin Petra Schmidt ist immer mit dabei. Warum? "Wir waren in den Seminaren bis zu 60 Leute in Räumen, die für 30 ausgelegt sind", sagt sie. "Und bei der Stofffülle, die Dozenten vorlegen, fragt man sich, wie soll ich das schaffen?" Diese Erfahrungen hätten sie politisiert, sagt sie.

Anders Sebastian Schölch. Auch der Medien- und Kommunikationsstudent zählt zum harten Kern der Hörsaalbesetzer. Doch er ist hochschulpolitisch gesehen schon ein alter Hase. Zuletzt war er Vorsitzender der Studentenvertretung AStA. "Ich wollte mich zurückziehen, weil ich im neunten Semester bin und mein Studium beenden will", sagt Schölch. Die vergangenen Jahre hatten ihm gezeigt, wie schwierig es ist, die bestehenden Verhältnisse zu verändern. "Die Menge der Studenten war nur schwer zu mobilisieren", sagt er. Doch jetzt ist er mittendrin in der neuen Bewegung. "Die Stimmung ist ganz anders als bisher", sagt er. "Die Leute haben die 68-er im Kopf und wissen, dass danach etwas passsiert ist." Fast erstaunt ist Schölch über den regen Zuspruch, den die Hörsaalbesetzer außerhalb der Uni finden. Kindergärtnerinnen und Rentner schauen im Audimax vorbei, um zu diskutieren, aber auch Lehrer oder Schüler.

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Der große Hörsaal gilt den Studenten als Plattform, die alles zusammenhält. So schnell wollen sie ihn deshalb nicht aufgeben. Ein Christbaum steht schon drin und auch über Weihnachten wollen sie durchhalten. Student Mathias Fiedler hat schon lange müde Augen. Auch er zählt zum Kerntrupp des Protests in Augsburg. Auch er hat inzwischen viele Nächte auf dem harten Boden im Audimax hinter sich. Sein exzellenter Notenschnitt ist deutlich abgesackt, weil er mehr Zeit im Audimax oder als "Delegierter" an anderen bayerischen Unis verbringt. Doch das nimmt er hin. Nicht nur er will so lange protestieren, bis der bayerische Wissenschaftsminister und die Unileitung in Augsburg aufzeigen, welche Lösungen sie anstreben. "Als Erstsemester hoffe ich, dass sich für mich noch was ändert." »Meinung

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